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War­um ist Trans­pa­renz so wich­tig für Nachhaltigkeit?

Posted on 11. Juni 2019

Vier Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben kürz­lich einen gemein­sa­men Kata­log von 19 For­de­run­gen für mehr Trans­pa­renz in Ham­burg vor­ge­legt. Mehr Demo­kratie LV Ham­burg, Trans­pa­ren­cy Deutsch­land, Cha­os Com­pu­ter Club – die Initia­to­ren des Ham­bur­gi­schen Trans­pa­renz­ge­set­zes — und die Open Know­ledge Foun­da­ti­on. Eine Bür­ger­initia­ti­ve in Ber­lin hat einen sehr ähn­li­chen Forde­rungs­katalog zum Gegen­stand. Wel­che Bewandt­nis haben die­se For­de­run­gen für die Nachhaltigkeit?

Trans­pa­renz ist neben Zie­len wie Par­ti­zi­pa­ti­on, Recht­staat­lich­keit, Rechen­schafts­pflicht und Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung eine der Nach­hal­tig­keits­zie­le der Ver­ein­ten Natio­nen und Bestand­teil des Ziel 16 „Frie­den, Recht­staat­lich­keit und star­ke Institu­ti­o­nen“. Das Ziel, das auch das Ziel der Guten Regierungs­führung genannt wird. Die deut­sche Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie besagt, dass die Inte­gra­ti­on der poli­ti­schen Dimen­si­on in die Agen­da 2030 einen bedeu­ten­den Fort­schritt im Ver­gleich zu den Mill­en­ni­ums­ent­wick­lungs­zie­len dar­stel­le, dass das Ziels 16, eines der Schlüs­sel­zie­le der Agen­da 2030 und eine der Grund­voraus­setzungen für die Errei­chung vie­ler wei­te­rer SDGs sei. Dies kann man gut nach­vollziehen, wenn man sich eini­ge Bei­spie­le vergegenwärtigt.

Trans­pa­renz ist eine not­wen­di­ge Grund­be­din­gung, um Ver­trau­en in die Poli­tik und Ver­wal­tung auf­zu­bau­en und ein infor­mier­tes Urteil des staat­li­chen Han­delns tref­fen zu kön­nen. Es gibt kaum einen Poli­ti­ker oder Behör­den­spre­cher, der sich nicht für Transpa­renz aus­spre­chen wür­de. Wenn es aber um Transpa­renz im kon­kre­ten Ein­zel­fall geht, sieht es trotz des Trans­pa­renz­ge­set­zes häu­fig anders aus. Längst nicht alle gefor­der­ten Infor­ma­tio­nen wer­den ver­öf­fent­licht und nie­mand scheint es zu kontrollieren.

Nach­hal­ti­ge Städ­te und Gemein­den, wie sie das Ziel 11 der SDGs for­dert, ent­stehen nur wenn die Bür­ger par­ti­zi­pie­ren kön­nen. Eine Bin­sen­weis­heit. Aber wer bei­spiels­wei­se Infor­ma­tio­nen über Bau­vor­ha­ben oder Ver­träge mit Inves­to­ren begehrt, muss sich oft auf einen müh­sa­men Pro­zess ein­stel­len oder Abschreck­ungen mit hohen Gebüh­ren über­ste­hen. Wie soll infor­mier­tes Mit­den­ken und Mit­ge­stal­ten mög­lich sein, wenn man nicht an Bau­an­trä­ge und Grund­bü­cher her­an­kommt und nicht in Erfah­rung brin­gen kann, wem die Gebäu­de gehö­ren, die die städ­ti­sche Umge­bung prä­gen oder wel­che Liegen­schaften die SAGA hat?

Noch immer sind Kam­mern, Hoch­schu­len, Uni­ver­sitäten und ande­re öffen­t­­lich-rech­t­­li­che Einrich­tungen außer­halb der Ver­öffentli­chungspflicht. Dies trotz Digitali­sierung, die auch Ver­öf­fent­li­chun­gen erleich­tert. Ver­trau­en wird so nicht geför­dert, son­dern eher die Fra­ge, was es da zu ver­heim­li­chen gibt.

Kor­rup­ti­on ist ein sog. Dun­kel­feld­de­likt, d.h. sie gedeiht dort, wo man han­deln kann, ohne befürch­ten zu müs­sen, dass die Vor­gän­ge ins Tages­licht gelan­gen und öffent­li­che Kon­trol­le statt­fin­det. Staat­li­che Kon­trol­le fällt schnell unter die Rubrik „Büro­kra­tie“. Dank der Intrans­parenz erfah­ren die Opfer von Kor­rup­ti­on meis­tens gar nicht, dass sie Opfer gewor­den sind, aber die Zeche zah­len sie als Steu­er­zah­ler, Pati­en­ten, Ver­si­cher­te, Bank­kun­den usw. Das Gemein­wohl lei­det, die Rechts­staat­lich­keit lei­det. Trans­pa­renz ist der größ­te Feind der Kor­rup­ti­on und daher auch die wich­tigs­te Waf­fe dagegen.

Je län­ger Intrans­pa­renz herrscht, des­to siche­rer kön­nen sich unlau­te­re Prakti­ken etablie­ren, bis sie unter den Akteu­ren als nor­mal gel­ten. Bei der Ticket­affäre um das Rol­ling Stones-Kon­­­zert und um Sport­veran­staltungen im Bezirk Nord wur­den jüngst eini­ger­ma­ßen eigen­tüm­li­che Prak­ti­ken bekannt. Ein Unrechts­bewusstsein war bei den Betei­lig­ten nicht erkenn­bar, die Frei­kar­ten für Beam­te, Ange­stell­te oder poli­ti­sche Freun­de als Bedin­gung für eine Veran­staltung (oder für eine güns­ti­ge Mie­te?) stellten.

Jedes Kind weiß, dass wir für den Kli­ma­schutz (SDG 13) den CO2-Aus­­­stoß ver­ringern und den Ver­brauch fos­si­ler Ener­gie drin­gend dros­seln müs­sen. Das Gegen­teil haben wir über vie­le Jah­re bewirkt – vor allem dank Intrans­pa­renz der KFZ-Ver­­­brauch­s­an­­ga­­ben. Die nach­träg­li­che Auf­klä­rung der Vor­gän­ge inner­halb der Indus­trie aber auch die Intrans­pa­renz des Zusam­men­spiels der Indus­trie und der zustän­di­gen staat­li­chen Stel­len erweist sich als sehr aufwän­dig, mög­li­cher­wei­se als nie auf­klär­bar. Man darf anneh­men, dass auch die Inno­vation der gan­zen Bran­che durch die­se Intrans­pa­renz schwe­ren Scha­den genom­men hat und Inves­ti­tio­nen in eine nach­hal­ti­ge Zukunft ver­ei­telt wor­den sind.

Die Zie­le für Gesund­heit und Wohl­erge­ben (SDG 3) erfor­dern noch viel mehr Trans­pa­renz über das Zustan­de­kom­men von Geneh­mi­gun­gen und Zulas­sun­gen bei Medi­ka­men­ten und Pestizi­den sowie von Grenz­wer­ten für schäd­li­che Stof­fe bei Lebens­mit­teln, Trink­was­ser und Ober­flä­chen­ge­wäs­sern. Lob­by­is­ten der ein­schlägigen Indus­trien haben uner­kannt über Jahr­zehn­te gan­ze Arbeit geleis­tet. Ähn­lich ist die Lage bei bezahl­ba­rer, sau­be­rer Ener­gie (SDG 7).
Nicht zuletzt ist es für den fried­li­chen Rechts­staat von zen­tra­ler Bedeu­tung, dass die Bür­ger Ver­trau­en dem Pro­zess der Gesetz­gebung gegen­über haben. Durch die Glo­ba­li­sie­rung und Tech­no­kra­ti­sie­rung der Gesetz­ge­bung aber auch durch Ver­änderungen in den par­la­men­ta­ri­schen und Ver­wal­tungs­prak­ti­ken sind erheb­liche Ein­wir­kungs­mög­lich­kei­ten für finanz­kräf­ti­ge Akteu­re ent­stan­den. Daher ist es über­fäl­lig, dass in einem „legis­la­ti­ven Fuß­ab­druck“ vol­le Trans­parenz dar­über her­ge­stellt wird, wel­che Akteu­re wes­sen Inter­es­sen mit wel­chen Argu­men­ten in die Dis­kus­si­on um Geset­zes­vor­ha­ben ein­brin­gen. Mit einem öffent­lich zugäng­li­chen ver­pflich­ten­den Lob­by­re­gis­ter wer­den Ross und Rei­ter sicht­bar und nach­voll­zieh­bar, wer wie stark Nach­haltigkeit vor­an­treibt oder auch bremst.

Hele­na Peltonen-Gassmann

Die Pres­se­mit­tei­lung Ste­hen blei­ben geht nicht! und das Posi­ti­ons­pa­pier mit 19 kon­kre­ten For­de­run­gen kön­nen Sie hier herunterladen.

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