Vor­schlag zur Ein­rich­tung einer Enquete-Kom­­mis­­si­on „Nach­hal­ti­ge Zukunfts­ent­wür­fe“ in Hamburg

Vor dem Hin­ter­grund tief­grei­fen­der gesell­schaft­li­cher, glo­ba­ler Kri­sen und Umbrü­chen, wie z.B. Kli­ma­wan­del, Coro­­na-Kri­­se, unge­zü­gel­te Finanz­märk­te, Dere­gu­lie­rung, Migra­ti­on, Digi­ta­li­sie­rung, Ein­­kom­­mens- und Ver­mö­gens­ge­fäl­le sowie man­geln­der sozia­ler Per­spek­ti­ven etc. ist die Erar­bei­tung lang­fris­ti­ger, nach­hal­ti­ger Zukunfts­kon­zep­te von exis­ten­zi­el­ler Bedeu­tung für Gesell­schaft und Demo­kra­tie – auch in Hamburg!

Dem­ge­gen­über führt der euro­pa­weit erstark­te Natio­na­lis­mus und Rechts­po­pu­lis­mus zu anti­de­mo­kra­ti­schen Pro­zes­sen und zu einer gefähr­li­chen Pola­ri­sie­rung in der Gesell­schaft. Aber gera­de zur Erhal­tung des gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halts und zur Wei­ter­ent­wick­lung nach­hal­ti­ger Zukunfts­stra­te­gien bedarf es der brei­ten Mit­wir­kung aller demo­kra­ti­schen Kräf­te und Kompetenzen!

Neben Pro­gram­men und Kon­zep­ten von Exe­ku­ti­ve und Legis­la­ti­ve zur Lösung kri­sen­haf­ter Ent­wick­lun­gen haben Bürger*innenengagement und Akti­vi­tä­ten zivil­ge­sell­schaft­li­cher Orga­ni­sa­tio­nen an Bedeu­tung gewon­nen: Auch in Ham­burg zei­gen Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen gro­ße Kom­pe­tenz in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on um demo­kra­ti­sche Zukunfts­kon­zep­te. Trotz eini­ger erfolg­rei­cher Abspra­chen von Poli­tik und Volks­in­itia­ti­ven und der Unter­stüt­zung zivil­ge­sell­schaft­li­cher Grup­pen fehlt Ham­burg jedoch eine lang­fris­ti­ge Gesamt­stra­te­gie zukunfts­fä­hi­ger Lösungs­we­ge — bei sys­te­ma­ti­scher Ein­bin­dung die­ser zivil­ge­sell­schaft­li­chen Kom­pe­tenz. Es bedarf viel­mehr eines neu­ar­ti­gen, struk­tu­rier­ten Dia­lo­ges zwi­schen Bür­ger­schaft, Senat und Zivil­ge­sell­schaft, der sowohl die Erar­bei­tung und Umset­zung von nach­hal­ti­gen Zukunfts­ent­wür­fen als auch von effek­ti­ven Bür­ger­be­tei­li­gungs­for­men umfasst.

Dazu fol­gen­der Vorschlag:

Nach Arti­kel 27 der Ham­bur­ger Ver­fas­sung kön­nen Bür­ger­schafts­ab­ge­ord­ne­te „zur Vor­be­rei­tung von Ent­schei­dun­gen über umfang­rei­che und bedeut­sa­me Sach­kom­ple­xe“ die Ein­rich­tung einer Enquete-Kom­­mis­­si­on bean­tra­gen. Mit­glie­der die­ser Kom­mis­si­on sind neben Abge­ord­ne­ten „auch“ sach­ver­stän­di­ge Per­so­nen, die nicht Mit­glied der Bür­ger­schaft sind. Auch der Senat hat Zutritt zu den Ver­hand­lun­gen der Kom­mis­si­on. Län­ger­fris­ti­ge Lösun­gen zu nach­hal­ti­gen Zukunfts­ent­wür­fen für Ham­burg — im Sin­ne aller Poli­tik­be­rei­che der Agen­da 2030 — sind sol­che „umfang­rei­chen und bedeut­sa­men Sach­kom­ple­xe“, die die die Ein­rich­tung einer Enquete-Kom­­mis­­si­on begrün­den kön­nen. Wir set­zen uns für eine mög­lichst brei­te Unter­stüt­zung der Bür­ger­schafts­ab­ge­ord­ne­ten zur Ein­rich­tung einer sol­chen Enquete-Kom­­mis­­si­on ein. Wir erwar­ten bei der Bil­dung und Arbeit der Kom­mis­si­on die Betei­li­gung einer bedeut­sa­men Zahl von ‚sach­ver­stän­di­gen Per­so­nen‘ aus der Ham­bur­ger Zivil­ge­sell­schaft. Des­halb plä­die­ren wir in Ham­burg für die Ein­rich­tung einer inno­va­ti­ven Enquete-Kom­­mis­­si­on für die begin­nen­de Legis­la­tur­pe­ri­ode – mit der zen­tra­len Leit­fra­ge: „Wie errei­chen wir nach­hal­ti­ge Zukunfts­ent­wür­fe für Ham­burg?“ (Arbeits­ti­tel).

Mit die­ser Leit­fra­ge sind zwei Auf­trä­ge verbunden:

1. Iden­ti­fi­ka­ti­on von The­men­fel­dern nach­hal­ti­ger Zukunfts­ent­wür­fe für Ham­burg zu regio­na­len Lösungs­an­sät­zen glo­ba­ler Kri­sen (z.B. Kli­ma­wan­del, Gesund­heit, Bio­di­ver­si­tät, zukunfts­fä­hi­ge Öko­no­mie, Konflikte/Migration etc.); Rah­men dafür könn­te die Umset­zung der Nach­hal­tig­keits­zie­le der UN in Ham­burg sein.

2. Vor­schlä­ge für sys­te­ma­ti­sche und regel­mä­ßi­ge, kon­sul­ta­ti­ve Betei­li­gungs­for­men (auch digi­ta­le) in Ham­burg auf allen Ebe­nen poli­ti­scher Ent­schei­dun­gen. Dazu gehört auch der Prüf­auf­trag, ob und wie eine insti­tu­tio­na­li­sier­te Betei­li­gung der Zivil­ge­sell­schaft als eine ‚Zwei­te Zivil­ge­sell­schaft­li­che Kammer‘(„Zukunftskommission“) zur Erar­bei­tung von Zukunfts­kon­zep­ten und Bür­ger­gut­ach­ten durch zivil­ge­sell­schaft­li­che Akteu­re dau­er­haft ein­ge­rich­tet wer­den kann.

Wenn Sie die­sen Vor­schlag unter­stüt­zen, sen­den Sie ein­fach eine E‑Mail mit Ihrem vol­len Namen und dem Betreff Zukunfts­kom­mis­si­on an gokel(at)zukunftsrat.de oder an helena.peltonen(at)t‑online.de oder an u.skirke(at)on-line.de

Zu den Unter­zeich­nen­den gehören

Chris­ti­ne Alfeld, Felix Bey­ers, Mar­git Bona­cker, Vale­ri Bul­ler, Rolf de Vries, Tho­mas Effen­ber­ger, Son­ja Ewald, Ste­pha­nie Gokel, Dirk Grah, Hans-Joa­­chim Heeg, Prof. Dr. Danie­la Jacob, Mike Kel­ler, Dr. Wolf­gang Lühr­sen, Astrid Lukas, Sebas­ti­an Män­nel, Dr. Joa­chim Men­zel, Ulri­ke Mül­ler, Hele­na Pel­to­nen, Chris­ti­ne Priess­ner, Erik Pust, Prof. Dr. Jür­gen Oßen­brüg­ge, Iris Scha­tor, Frank Schier, Dr. Delia Schind­ler, Gabrie­la Schün­ke, Dr. Arnd Schweit­zer, Sabi­ne Siehl, Dr. Ulf Skir­ke, Chris­ti­ne Ste­cker, PD Dr. Hel­mut Stub­be da Luz, Dr. Bar­ba­ra Zurek

Wenn Sie Fra­gen haben, wen­den Sie sich ger­ne an peltonen@​zukunftsrat.​de oder an u.​skirke@​on-​line.​de

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