Eine vor vielfältiger Kompetenz trotzende Gruppe von 27 Teilnehmenden ist unserer Einladung gefolgt, sich am 27. Oktober über die Vor- und Nachteile, Chancen und Risiken der Digitalisierung und der KI in Beteiligungsprozessen auszutauschen.
Die Wochen vor der Veranstaltung waren voller turbulenter Nachrichten über KI: „KI außer Kontrolle“ „Wie gefährlich ist KI?“ „KI-Termiten“, „Kontrollverlust“ „Claude umgeht Bezahslchranke“ „Ausgebrochenes KI tagelang unbemerkt auf Hacker-Tour“ „Wie realistisch ist die Revolte der Maschinen?“„KI-Forscher warnen vor der Auslöschung der Menschheit“… So und ähnlich waren die Schlagzeilen zu KI. Das hat uns schon nachdenken lassen, ob jetzt gerade der richtige Zeitpunkt für unsere Veranstaltung sei. Glücklicherweise beruhigte sich die Lage etwas und wir haben Mut, gefasst in aller Nüchternheit dem gewählten Thema den notwendigen Raum zu geben. Es hat sich gelohnt!
Für die drei Themen, die wir ausgewählt hatten, hatten wir jeweils besonders kompetente ReferentInnen gewonnen, die zu Beginn ihre Impulse geben und die dann folgende Arbeit in drei Gruppen leiten würden:
- Für welche Phasen/Aufgaben der Bürgerbeteiligung eignet sich Digitalisierung am besten – am wenigsten? Warum? Wo macht KI-Einsatz Sinn? Warum? (Jörg Sommer, Direktor von bipar)
- Wo sind die Stärken/Chancen, wo die Schwächen/Risiken des KI-Einsatzesbei Bürgerbeteiligung? (Antonie Casper, FHH, BSW/StadtWerkstatt)
- Welche Stärken/Chancen bietet der Anschluss zu DIPAS für Initiativen aus der Bevölkerung? Kann KI dabei eine Rolle spielen? Welche?(Timo Lundelius, Code for Hamburg)
Wie es so manchmal ist: Der Bahnverkehr kam wegen der Bergung einer Fliegerbombe auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg zum Erliegen, so dass Jörg Sommer nicht kommen konnte und die unterzeichnende Moderatorin einen Impuls an seiner Stelle übernahm, unterstützt durch seine Folien.
Die o.g. Fragestellungen haben die Teilnehmenden in zwei Runden von jeweils drei ausgelosten Gruppen erörtert. Ziel dieser ersten Veranstaltung zu diesem Themenfeld war lediglich ein erster herantastender Austausch. Dieser erwies sich jedoch als sehr fruchtbar, wie die Menge der gesammelten Erkenntnisse belegen.
Da die Zeit für so große Fragestellungen knapp war und wir auch einander kennenlernen und ein Bisschen Schnacken wollten, galten besonders scharfe Regeln für die Wortmeldungen. Wir wollten sicherstellen, dass alle Teilnehmenden zu Wort kommen und auch gleich viel Zeit für ihre Wortbeiträge haben. Sie hatten jeweils 30 Sekunden Zeit für eine Wortmeldung! Am besten für ein Argument. So wurde der Effekt vermieden, dass erfahrene Vielredner eine Diskussion dominieren. Bei vielen Wortmeldungen kann man darauf vertrauen, dass andere am Tisch Aspekte einbringen, die man selbst nicht vorgetragen hat. In Ruhe vorgetragen sind 30 Sekunden ausreichend für einen oder zwei Aspekte, hatten unsere Tests vorweg ergeben. Wir wollten jedoch die Kraft der Vielfalt zur Wirkung bringen, wie es bei jeder guten Bürgerbeteiligung auch sein soll. Dank der Führung der erfahrenen GastreferentInnen und des engagierten Einsatzes der Teilnehmenden war die Erkenntnisernte an den Tischen reichhaltig.
Dass Digitalisierung und KI sowohl Vorteile und Chancen als auch Nachteile und Risiken in sich bergen, hat der Austausch eindeutig ergeben. Nach näherer Analyse der gesammelten Erkenntnisse werden wir über Folgeveranstaltungen zur Konkretisierung ausgewählter zentraler Aspekte Nutzung von digitalen und KI-Funktionen Beteiligungsprozessen. Das Thema, so viel wissen wir schon heute, wird uns noch lange begleiten. Und wir werden das Thema begleiten.
Helena Peltonen-Gassmann
