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Inklu­si­ve und nach­hal­ti­ge Mobi­li­täts­wen­de in Hamburg

Posted on 16 März um 15:36 Uhr

Von Ange­li­ka Ohse.

Ein Bei­trag, die Mobi­li­tät in Ham­burg gerech­ter und kli­ma­freund­li­cher zu gestal­ten, ist das Pro­jekt „Gleich­be­rech­tigt mobil in Ham­burg“, das 2024 vom Lan­des­frau­en­rat Ham­burg in Auf­trag gege­ben und von der Gleich­stel­lungs­be­hör­de finan­ziert wurde.

Ziel die­ses Pro­jekts war es, die Mobi­­li­­täts-Situa­­ti­on in Ham­burg zu ana­ly­sie­ren und kon­kre­te Ver­­­be­s­­se­rungs-Vor­­­schlä­­ge zu erar­bei­ten, die ver­schie­de­ne Lebens­rea­li­tä­ten und Bedürf­nis­se berück­sich­ti­gen. Durch­ge­führt wur­de es von „urban poli­cy“, einem Bera­tungs­un­ter­neh­men aus Ber­lin, des­sen Fokus auf inklu­si­ver und gen­der­ge­rech­ter Stadt­ent­wick­lung liegt.

https://​lan​des​frau​en​rat​-ham​burg​.de/​w​p​—​c​o​n​t​e​n​t​/​u​p​l​o​a​d​s​/​2​0​2​5​/​0​6​/​G​l​e​i​c​h​b​e​r​e​c​h​t​i​g​t​—​m​o​b​i​l​—​i​n​—​H​a​m​b​u​r​g​_​A​b​s​c​h​l​u​s​s​b​e​r​i​c​h​t​_​u​r​b​a​n​.​p​o​l​i​c​y​.​pdf

Unter­schied­li­ches Mobilitäts-Verhalten

Die meis­ten Frau­en* sind anders unter­wegs als die meis­ten Männer*.

  • Frau­en* mit und ohne Kin­der haben deut­lich kom­ple­xe­re Wege – dies gilt auch für jun­ge und älte­re Frau­en* und die, die nicht (mehr) berufs­tä­tig sind.
  • Frau­en* nut­zen für ihre Wege häu­fi­ger als Män­ner unter­schied­li­che Ver­kehrs­mit­tel (mul­ti­mo­dal unterwegs)
  • Frau­en* wäh­len die für sie effi­zi­en­tes­te und sichers­te Mög­lich­keit, um die­se Kom­ple­xi­tät zu meis­tern, oft sind das emis­si­ons­ar­me Optio­nen, z.B. zu Fuß zur KiTa oder Schu­le, mit dem Bus zur Arbeit, per Rad zum Einkaufen
  • unpas­sen­de Ange­bo­te, lücken­haf­te Infra­struk­tur und Angst auf dem Heim­weg
    füh­ren aller­dings häu­fig dazu, dass Frauen* 
    • trotz hohen Zeit­drucks län­ge­re Wege auf sich neh­men und
    • teil­wei­se emis­si­ons­är­me­re Mobi­li­täts­op­tio­nen wie Fahr­rä­der und ÖPNV aktiv meiden

Aktu­el­le Situa­ti­on der Mobi­li­tät in Hamburg

Tra­di­tio­nel­le Pla­nungs­pro­zes­se wur­den über­wie­gend von / für Män­ner* kon­zi­piert, die ihre eige­ne Art der Mobi­li­tät als all­ge­mein ansahen.

Dar­um wur­den in der Stadt­ent­wick­lung die spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se von Frau­en*, aber auch von Kin­dern, älte­ren Men­schen und ande­ren mar­gi­na­li­sier­ten Grup­pen, weit­ge­hend ver­nach­läs­sigt. Um die­se Lücke zu schlie­ßen, ist es uner­läss­lich, die unter­schied­li­chen Bedürf­nis­se von Frau­en* in Bezug auf Mobi­li­tät zu berücksichtigen.

Vier Kri­te­ri­en für Mobi­li­täts­ent­schei­dun­gen von Frauen*

  • Zugäng­lich­keit / Bar­rie­re­frei­heit 
    Frau­en* sind deut­lich häu­fi­ger mit Kin­dern und pfle­ge­be­dürf­ti­gen Ange­hö­ri­gen sowie mit Ein­käu­fen und ande­ren Gegen­stän­den unter­wegs. Ihre höhe­re Lebens­er­war­tung ist häu­fig mit Mobi­­li­­täts-Ein­­schrän­­kun­­gen ver­bun­den. Abge­senk­te Bord­stein­kan­ten, Auf­zü­ge, stu­fen­lo­se Zugän­ge zur Bahn, knien­de Bus­se sowie aus­rei­chend Platz für Las­ten, Räder und Kin­der­wa­gen im öffent­li­chen Nah­ver­kehr sind dar­um für sie beson­ders wichtig.
  • Bezahl­bar­keit 
    Von zen­tra­ler Bedeu­tung sind Aspek­te wie fai­re Tarif­struk­tu­ren und die Mög­lich­keit, meh­re­re Wege bequem mit einer Fahr­kar­te zu kom­bi­nie­ren.
    Denn auf­grund des Gen­der Pay Gaps und des dar­aus resul­tie­ren­den Gen­der Pen­si­on Gaps sind vie­le Frau­en*, v.a. in urba­nen Kon­tex­ten, auf den ÖPNV angewiesen.
  • Sicher­heit
    1. Ver­kehrs­si­cher­heit:
      Frau­en* sind weni­ger bereit, Risi­ken ein­zu­ge­hen, etwa auf schma­len oder schlecht gesi­cher­ten Rad­we­gen. Care-Arbeit, ins­be­son­de­re, dass Frau­en* eher mit einem Kind unter­wegs sind, spielt bei der Ent­schei­dungs­fin­dung eine zusätz­li­che wich­ti­ge Rol­le. Die­se Beden­ken sind begrün­det, denn bei Unfäl­len zwi­schen auto­mo­bi­len und nicht auto­mo­bi­len Ver­kehrs­teil­neh­men­den tra­gen vor allem Fußgänger*innen und Radfahrer*innen schwe­re Ver­let­zun­gen davon. Frau­en* sind in die­sen Grup­pen über­re­prä­sen­tiert und sel­te­ner selbst am Steu­er von Kraft­fahr­zeu­gen, was ihr Risi­ko für ernst­haf­te Ver­let­zun­gen in sol­chen Unfäl­len erhöht.
    2. Sub­jek­ti­ves Sicher­heits­emp­fin­den:
      Zahl­rei­che Stu­di­en zei­gen, dass vie­le Frau­en* im öffent­li­chen Raum Angst haben, v.a. im ÖPNV. Cat­cal­ling, (sexu­el­le) Beläs­ti­gung, feh­len­de Beleuch­tung und blin­de Ecken kön­nen zu einem Gefühl der Unsi­cher­heit unter­wegs bei­tra­gen.
      Angst vor Beläs­ti­gung führt dazu, dass Frau­en* häu­fi­ger das Pen­deln zu Stoß­zei­ten aktiv ver­mei­den (um räum­li­che Nähe zu ande­ren Fahr­gäs­ten zu redu­zie­ren), dass sie Sicher­heits­stra­te­gien ent­wi­ckeln, um Sicher­heit und Sicher­heits­emp­fin­den zu stei­gern, oder dass sie ver­mei­den, nachts oder an bestimm­ten Orten allein unter­wegs zu sein.
  • Kom­fort
    Gro­ßen Ein­fluss auf die Wahl der Wege und Ver­kehrs­mit­tel haben für Frau­en* auch wei­te­re Aspek­te, die die Mobi­li­tät erleich­tern. Das sind z.B. Kin­der­sit­ze bei Sha­ring-Fahr­rä­­dern und ‑Autos, Fahr­rad­ab­stell­plät­ze in der Nähe von Ein­rich­tun­gen des täg­li­chen Bedarfs, Gepäck-Tran­s­­port-Mög­­lich­kei­­ten bei E‑Scootern und ande­ren Ange­bo­ten der Mikro­mo­bi­li­tät, öffent­li­che Toi­let­ten, kon­sum­freie Sitz­ge­le­gen­hei­ten usw.

Pro­­jekt-Durch­­­füh­rung

Das Pro­jekt ent­hielt eine Daten­er­he­bung durch eine online-Befra­­gung, Iden­ti­fi­ka­ti­on und Ana­ly­se von Pro­­blem-Orten, sowie Inter­views und Walk­shops mit FLINTA*-Personen.
Dar­aus wur­de eine Rei­he von Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für die Behör­de für Ver­kehr / Mobi­li­tät und für Gleich­stel­lung abge­lei­tet.

Sechs Pro­­blem-Orte wur­den untersucht

  • Haupt­bahn­hof
  • Ree­per­bahn
  • Sani­t­as­park
  • Unter­füh­rung Sternschanze
  • Win­ter­hu­der Marktplatz
  • Les­sing­tun­nel

Ergeb­nis­se des Projekts

Fol­gen­de Bar­rie­ren wur­den festgestellt:

Zugäng­lich­keit:

  • beschä­dig­te oder schlecht instand gehal­te­ne Gehwege
  • unzu­rei­chen­de Ampel- und Umsteigezeiten
  • Schwie­rig­kei­ten in der Nut­zung von Bus­sen bei Mobilitätseinschränkung
  • feh­len­de oder pro­blem­be­haf­te­te Aufzüge

Bezahl­bar­keit:

  • hohe Anschaf­­fungs- und Hal­tungs­kos­ten für ein eige­nes Auto,
  • Feh­len­der Führerschein
  • Nut­zung von Taxis oder MOI­As als Sicher­heits­stra­te­gie führt oft zu zusätz­li­chen Kos­ten und finan­zi­el­le Belastungen

Ver­kehrs­si­cher­heit:

  • Gefahr durch Enge ins­be­son­de­re für Müt­ter und beim Rad­fah­ren und Zufußgehen
  • Hohes Risi­ko durch Nut­zungs­kon­flik­te zwi­schen dem Rad- und Fuß­ver­kehr sowie zwi­schen dem Rad­ver­kehr und dem Bus- und Pkw-Verkehr

Sicher­heits­emp­fin­den:

  • Ein­fluss­fak­to­ren: Beläs­ti­gung und Gefahr, man­geln­de Beleuch­tung, Kri­mi­na­li­tät im öffent­li­chen Raum und Drogenproblematik
  • Bestä­ti­gung bekann­ter Sicherheitsstrategien: 
    • Ver­mei­dung des Zufuß­ge­hens und des ÖPNV beson­ders abends und nachts
    • Bevor­zu­gung des eige­nen Autos, eines Taxis/MOIA oder (Leih-)Fahrrads
    • Ver­mei­dung schlecht beleuch­te­ter Orte, ins­be­son­de­re in weni­ger beleb­ten Gegenden

Kom­fort:

  • eige­nes Auto wird wegen sei­ner Fle­xi­bi­li­tät und Zeit­er­spar­nis geschätzt, ins­be­son­de­re für kom­ple­xe Wege­ket­ten oder den Trans­port von Lasten
  • Sha­ring-Ange­­bo­­te sind oft nicht fami­li­en­freund­lich ausgestattet
  • aus­rei­chend Sitz­ge­le­gen­hei­ten und öffent­li­che Toiletten

Hand­lungs­emp­feh­lun­gen

Viel­falt an Perspektiven

  • mehr Mit­wir­kung von FLINTA*-Personen bei der Pla­nung in der Behörde
  • enge­re Zusam­men­ar­beit mit Behin­der­ten­ver­bän­den, z.B. durch Begehungen
  • Run­der Tisch für Pla­nung mit Grup­pen mit beson­de­ren Mobilitätsbedürfnissen
  • Erhö­hung der Anzahl von FLINTA*-Sicherheitspersonal und gemisch­ten Sicherheitspersonal-Paaren

Dienst­leis­tun­gen

  • Erhö­hung der Bus­fre­quenz & Schu­lung für Busfahrer*innen bezüg­lich Durchsagen
  • Aus­wei­tung des Stadtrad-Angebots
  • Mach­bar­keits­stu­die für ein kos­ten­lo­ses Lastenrad-Sharing-Programm
  • Pilot­pro­jekt zur Bereit­stel­lung von Fahr­rä­dern für Haus­hal­te mit gerin­gem Ein­kom­men und allein­er­zie­hen­de Haushalte
  • Prio­ri­sie­rung von Schnee­räu­mung und Streu­ung auf Fuß- und Radwegen
  • Sub­ven­ti­ons­pro­gramm für Taxi­fahr­ten für FLINTA*-Personen in den Nachtstunden

Infor­ma­tio­nen & Beschilderung

  • Mehr Dis­plays in ver­schie­de­nen Höhen in Bus und Bahn mit Sta­ti­ons­an­zei­ge für ver­schie­de­ne Kör­per­grö­ßen und Per­so­nen im Rollstuhl
  • Anzei­ge über defek­te Auf­zü­ge & Alter­na­ti­ven bereits in der Bahn / im Bus
  • Anzei­ge zur Aus­las­tung und Ankunft der nächs­ten Bahn an Haltestellen
  • Bes­se­re Aus­schil­de­rung von Auf­zü­gen, ggf. mit Weg­mar­kie­rung zwi­schen Auf­zü­gen oder zu Auf­zü­gen (z. B. am Hauptbahnhof)
  • Ver­bes­se­rung der Sicht­bar­keit vor­han­de­ner Not­ruf­säu­len und Notknöpfen
  • Aus­wei­tung der Awa­­re­­ness-Kam­­pa­­g­ne gegen Sexis­mus, Homo­pho­bie & Rassismus

Kom­fort & Aufenthaltsqualität

  • Kon­sum­freie Auf­ent­halts­or­te & Sitzgelegenheiten
  • Ver­bes­se­rung der Sau­ber­keit→ Erhöhung der Reinigungsfrequenz
  • Begrü­nungBau­li­che Tren­nung von Wegen zur Ver­mei­dung von Nut­zungs­kon­flik­ten zwi­schen Fahrradfahrer*innen, Fußgänger*innen und Busnutzer*innen
  • → bes­se­re Tren­nung der Ver­kehrs­strö­me sowie ein­deu­ti­ge Gestal­tung der Wege
  • → Kenn­zeich­nung des Rad­wegs durch 
    • rote Far­be
    • erneu­er­te Piktogramme
    • Hin­weis­schil­der
  • → Bau­li­che Abgren­zung­von Rad­we­gen, Ver­la­ge­rung des Rad­wegs prüfen

Beleuch­tung & Sichtachsen

  • Aus­leuch­tung der Berei­che für Fußgänger*innen und Rad­fah­ren­de:
    Hell, direkt und bes­ten­falls mit wei­ßem Licht (z.B. Unter­füh­rung Sternschanze)
  • Beson­de­res Augen­merk auf Beleuch­tung in Tun­neln und ande­ren geschlos­se­nen Räu­men, in Ecken und Nischen sowie in Berei­chen zwi­schen ver­schie­de­nen Beleuch­tungs­si­tua­tio­nen (z.B. Lessingtunnel)
  • Natür­li­che und natur­na­he Gebie­te, in denen hel­le wei­ße Lich­ter die Lebens­räu­me von Wild­tie­ren beein­träch­ti­gen könn­ten: Boden­na­he Beleuch­tung und indi­rek­te Beleuch­tungs­kon­zep­te mög­li­cher­wei­se vor­zie­hen (z.B. am Veringkanal)
  • Beach­tung der Bezie­hung zwi­schen Stra­ßen­la­ter­nen und Vegetation

Über die Autorin: Ange­li­ka Ohse ist Diplom-Mathe­­ma­­ti­ke­rin und Sof­t­­wa­re-Ent­­wick­­le­rin, enga­giert sich seit vie­len Jah­ren ehren­amt­lich gegen die Benach­tei­li­gung hin­sicht­lich des Geschlechts und der sozia­len Herkunft.

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