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Deut­sche Impor­te und die Aus­beu­tung von Mensch und Natur

Posted on 13. April 2020

Der Welt­han­del: Ist er die Kro­ne der Markt­wirt­schaft, win-win, Wohl­stands­meh­rung für alle? Oder trägt, wer Mode, Ess­ba­res oder Roh­stof­fe aus dem glo­ba­len Süden kauft, zur Aus­beu­tung von Mensch und Natur bei?

Glo­ba­li­sie­rung

Die Außen­han­­dels-Sta­­tis­­ti­ken Deutsch­lands – vor der Coro­­na-Kri­­se — sind beein­dru­ckend: Ein Gesamt­um­satz (Im- und Export) von 2,4 Bil­lio­nen € (2019) mit über 200 Par­t­­ner-Län­­dern. Allein die Impor­te aus Chi­na betru­gen — über 109 Mrd. €, aus Indi­en gut 9 Mrd. €. Tex­ti­li­en, Lebens­mit­tel und Roh­stof­fe haben dabei nur Wert­an­tei­le von jeweils unter 10 % des gesam­ten deut­schen Imports. Die Viel­falt der Import­wa­ren ist kaum überschaubar.

Doch was besagt das für unse­re Aus­­­beu­­tungs-Fra­­ge? Wohl nur eins: Für den umfang­rei­chen Außen­han­del Deutsch­lands bedarf es einer immensen Logis­tik, die Unmen­gen – meist fos­si­ler — Ener­gie ver­schlingt. Und mehr noch ver­schlingt die Pro­duk­ti­on der Waren: eine gigan­ti­sche „Aus­beu­tung“ von Ressourcen.

und mensch­li­che Opfer im glo­ba­len Süden

Dabei wer­den in den Export­wirt­schaf­ten unse­rer Han­dels­part­ner immer wie­der Men­schen Opfer: Furcht­bar war der Ein­sturz des Rana Pla­za 2013 in Ban­gla­desch. Hun­der­te Nähe­rin­nen auch für deut­sche Mode­fir­men star­ben. Tee­far­men im indi­schen Assam zah­len Hun­ger­löh­ne. In Bra­si­li­en ver­lie­ren indi­ge­ne Völ­ker ihre Hei­mat durch Brand­ro­dung des Urwalds für neu­en Soja­an­bau. Pes­­ti­­zid-Ein­­sä­t­­ze aus der Luft ver­gif­ten Arbeiter*innen in Bana­nen­plan­ta­gen in Equa­dor. Kin­der wer­den aus­ge­beu­tet in der indi­schen Stein­in­dus­trie für den Export und beim Kakao-Anbau in der Elfenbeinküste.

Muss man das ver­all­ge­mei­nern? Klar ist, dass deut­sche Impor­teu­re nicht zufäl­lig in Chi­na und armen Län­dern ein­kau­fen: „Kom­pa­ra­ti­ve Kos­ten­vor­tei­le“ nen­nen sich Hun­ger­lohn & Co.

und Opfer in Natur und Umwelt

Nicht immer, aber auch nicht ganz sel­ten, for­dert die Export­wirt­schaft im Süden auch Umwelt-Opfer: Der Baum­­woll-Anbau für Tex­ti­li­en braucht viel Was­ser und Pes­ti­zi­de und rui­nier­te z.B. den Aral­see in Usbe­ki­stan. Die Gold­ge­win­nung in Süd­ame­ri­ka ver­gif­tet Flüs­se und Land­schaf­ten mit Zya­nid und Queck­sil­ber. Das Fär­ben von Tex­ti­li­en in Indi­en ver­seucht Flüs­se. Unfäl­le von Tan­kern und Bohr­platt­for­men haben zig­tau­send Mee­res­be­woh­ner ver­nich­tet. Damm­bruch und Schlamm­la­wi­ne des bra­si­lia­ni­schen Export-Kon­­­zerns Vale im Janu­ar 2019 töte­ten über 240 Men­schen und kon­ta­mi­nier­ten die Umgebung.

Immer wie­der gesche­hen Unfäl­le und Umwelt­ka­ta­stro­phen, nicht nur in armen Export­län­dern. Unklar bleibt, was das impor­tie­re T‑Shirt, der Gold­ring, das Eisen-Wer­k­­zeug kon­kret mit Aus­beu­tung zu tun hat.

Was hilft?

Nicht jede Import­wa­re muss auf Aus­beu­tung beru­hen. Unse­re Impor­te kön­nen auch auch wich­ti­ge Arbeits­plät­ze, Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten und Volks­ein­kom­men in den Export­län­dern schaffen.

Ent­schei­dend sind die Ver­trä­ge zwi­schen den Staa­ten und zwi­schen den Unter­neh­men über Arbeits­be­din­gun­gen, Löh­ne und Umwelt­stan­dards. Sie müs­sen ver­ein­bart, aber auch durch­ge­setzt wer­den. Zustän­dig dafür ist in ers­ter Linie das Export­land bzw. der Her­stel­ler. Aber auch die deut­schen Auf­trag­ge­ber und Impor­teu­re tra­gen eine Mit­ver­ant­wor­tung. Mei­ne Mei­nung: Als rei­ches Import­land müs­sen wir beim Schutz von Mensch und Umwelt im Welt­han­del vor­an­ge­hen. Es gibt Bei­spie­le – vom fair­­tra­de-Sie­­gel bis zum grü­nen Knopf. „Geiz-ist-geil“ läuft dem jedoch zuwi­der. Ein Lie­fer­ket­ten­ge­setz könn­te Min­dest­stan­dards für Men­sch­rech­te set­zen, Haf­tung klä­ren und die Trans­pa­renz in Lie­fer­be­zie­hun­gen stei­gern. Ent­schei­dend ist aber nicht nur die Nor­men, son­dern ihre Umset­zung in der Realität.

Vio­la auf Pixabay

Über den Autor: Dr. Hans-Joa­­chim Menzel

Dr. iur. Hans-Joa­­chim Men­zel ist Jurist, Autor, Mit­grün­der und lang­jäh­ri­ger Spre­cher beim „Zukunfts­rat Ham­burg”. Er war Bun­des­vor­sit­zen­der von „terre des hom­mes — Hil­fe für Kin­der in Not welt­weit” und ist ehren­amt­lich in sozia­len, öko­lo­gi­schen und Nach­hal­­ti­g­keits-Initia­­ti­­ven engagiert.

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