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Roh­stoff­lie­fer­ket­ten & Fai­rer Han­del – das alles nach­hal­tig… ist das realistisch?

Posted on 12. Juni 2024

Und wenn ja, was sind die wich­tigs­ten Bau­stei­ne einer Lösung?

Die Her­aus­for­de­rung ist wahr­lich kom­plex, das war uns von Anfang an klar. Dass wir die eine Lösung – den sil­ver bul­let – nicht an einem Abend fin­den wür­den, wuss­ten wir auch. Aber einen Bei­trag zum Ver­ständ­nis dar­über, was Fach­leu­te aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln als Lösungs­kom­po­nen­ten betrach­ten, woll­ten wir vor dem Hin­ter­grund des gera­de vom EU-Par­la­­ment ver­ab­schie­de­ten EU-Lie­­fer­ke­t­­ten­­ge­­se­t­­zes (Cor­po­ra­te Sus­taina­bi­li­ty Due Dili­gence Direc­ti­ve, CSDDD) erfah­ren. Wir haben uns gefreut, in Koope­ra­ti­on mit Fair Trade Stadt Ham­burg mit die­ser Ver­an­stal­tung am 2. Mai den Auf­takt für die Akti­ons­wo­che KOS­MOS Jupi­ter zu lie­fern und trotz wun­der­schö­nen Wet­ters den Saal mit inter­es­sier­tem Publi­kum voll vorzufinden.

Der Fokus fai­rer Lie­fer­ket­ten liegt bei Men­schen­rech­ten, Umwelt­schutz, Roh­­stof­f­­ver­­­sor-gung und bei der Ver­ant­wor­tung der betei­lig­ten Unter­neh­men und Staa­ten. All dies, wäh­rend wir ver­su­chen müs­sen, spar­sam mit knap­pen Roh­stof­fen umzu­ge­hen, die Trans­for­ma­ti­on zu nach­hal­ti­gen Pro­­duk­­ti­ons- und Kon­sum­mus­tern hin­zu­krie­gen und bei all dem den Frie­den zu erhal­ten bzw. wie­der­her­zu­stel­len.
Dr. Hei­di Feldt, arbei­tet seit mehr als 25 Jah­ren frei­be­ruf­lich in der Ent­­wick­­lungs­­­zu­­­sam­­men-arbeit u.a. für die GIZ und die Bun­des­an­stalt für Geo­wis­sen­schaf­ten und Roh­stof­fe sowie für Mise­re­or und Brot für die Welt, und äußer­te sich eini­ger­ma­ßen skep­tisch: „Alle spre­chen jetzt von einer ‚just tran­si­ti­on‘, um aus den fos­si­len Roh­stof­fen aus­zu­stei­gen und die Ener­gie­wen­de ein­zu­lei­ten. Gleich­zei­tig brau­chen wir für die Ener­gie­wen­de vie­le der sog. stra­te­gi­schen Roh­stof­fe. Lithi­um, Kup­fer, Sel­te­ne Erden, Kobalt usw., aber bis­her haben wir es nicht geschafft, wirk­lich bes­se­re inter­na­tio­na­le Rah­men­be­din­gun­gen dafür zu schaf­fen. Wir sehen eine Viel­zahl ein­zel­ner roh­stoff­be­zo­ge­ner initia­ti­ven (Cop­per Mark, Alu­mi­ni­um Ste­ward­ship Initia­ti­ve, Cobalt Alli­ance, etc.), aber brin­gen die Ver­än­de­run­gen uns hin zu einem men­schen­recht­li­chen, sozi­al- und umwelt­ver­träg­li­chen Rohstoffabbau?“

Es geht um viel­fach schwer­wie­gen­de Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, die mit der Gewin­nung der für uns so wich­ti­gen Roh­stof­fe ein­her­geht: Kin­der­ar­beit, Zwangs­ar­beit, Land­raub mit Ver­trei­bung indi­ge­ner Völ­ker, Ver­wei­ge­rung der Men­schen­rech­te an Frau­en bis hin zu Sextor­ti­on, Ver­­­wei­­ge-rung von Löh­nen, von denen man leben kann, Ver­wei­ge­rung von Bil­dung für Kin­der und Zer­stö­rung der Gesund­heit der Men­schen im Roh­stoff­berg­bau. Inzwi­schen kön­nen wir auch den Kli­ma­wan­del dazu zäh­len, der über Jahr­zehn­te durch den Abbau fos­si­ler Ener­gien und – gegen wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se – durch Des­in­for­ma­ti­on über deren schäd­li­che Wir­kung auf unse­re Lebens­grund­la­gen vor­an­ge­trie­ben wur­de. Oben­drein gehört Kor­rup­ti­on stets zu den Mit­teln, die ein­ge­setzt wer­den, um die Ein­hal­tung der Men­schen­rech­te zu umge­hen. Dar­an sind nicht nur die Roh­stoff­lie­fer­län­der, son­dern auch die Industrie(staate)n der nörd­li­chen Hemi­sphä­re aktiv beteiligt.

Prof. Dr. Peter Eigen, der Mit­be­grün­der von Trans­pa­ren­cy Inter­na­tio­nal sowie der Extra­c­ti­ve Indus­tries Trans­pa­ren­cy Initia­ti­ve, trug ein kla­res Anlie­gen vor: „Es ist unver­zicht­bar, die Zivil­ge­sell­schaft in den Roh­stoff­län­dern ein­zu­be­zie­hen und die Lie­­fer­ke­t­­ten-Regeln mit Mul­­ti-Sta­ke­hol­­der-Pro­­gram­­men inner­halb der Pro­duk­ti­ons­län­der zu ver­bin­den, um auch dort einen Kon­sens für sozi­al­ver­ant­wort­li­che Pro­duk­ti­on her­zu­stel­len. Dies soll­te mit Gegen­stand von Han­dels­ab­kom­men sein. Dies allein den euro­päi­schen Unter­neh­men auf­zu­bür­den, kann nicht gelin­gen, denn dazu fehlt ihnen die Ent­schei­dungs­ge­walt vor Ort.“ Er wies dabei auf eine frü­he­re Initia­ti­ve der Gar­ment Indus­tries Trans­pa­ren­cy Initia­ti­ve (GITI) im Rah­men der Hum­­boldt-Via­­dri­­na Gover­nan­ce Plat­form gGmbH hin, auf der man auf­bau­en kann. Gleich­zei­tig bestehe die Not­wen­dig­keit einer enge­ren Zusam­men­ar­beit zwi­schen allen betei­lig­ten Akteu­ren, also nicht nur zwi­schen Regie­run­gen und Unter­neh­mern in den Erzeu­ger­län­dern, son­dern auch den inter­na­tio­na­len Käu­fern, Gewerk­schaf­ten und der Zivil­ge­sell­schaft. Es bedarf eines inte­gra­ti­ven, par­ti­zi­pa­ti­ven Prozesses.

Mat­thi­as Fied­ler, Geschäfts­füh­rer des Forum Fai­rer Han­del e.V., des viel­leicht größ­ten zivil­ge­sell­schaft­li­chen Netz­wer­kes, dass sich in Deutsch­land und in Koope­ra­ti­on mit inter­na­tio­na­len NGOs für fai­ren Han­del ein­setzt, beton­te, dass „eine gerech­te und nach­hal­ti­ge Roh­stoff­po­li­tik die not­wen­di­ge Ener­­gie- und Roh­stoff­wen­de zusam­men­den­ken muss”. Das Eine gehe nicht ohne das Andere.

Betrach­tet man auf der Land­kar­te die Staa­ten, die Roh­stoff­lie­fe­ran­ten sind, wird deut­lich, wie schwie­rig die­ses Zusam­men­den­ken ist. Wir haben es nicht nur mit „lupen­rei­nen Demo­kra­tien“ zu tun, um es unter­trie­ben aus­zu­drü­cken. Dies mit unse­ren Wer­ten in Ein­klang zu brin­gen, ist eine Her­ku­les­auf­ga­be, und so man­che Krö­te wird wohl zu schlu­cken sein. Dies auch, weil der Glo­ba­le Süden viel selbst­be­wuss­ter gewor­den ist und als Part­ner wahr­ge­nom­men wer­den will, die geo­po­li­ti­sche Lage neue Alli­an­zen her­vor­ge­bracht hat, die Dis­rup­ti­on der Trans­port­ket­ten, die die Ver­hand­lungs­po­si­ti­on der her­kömm­li­chen Indus­trie­län­der schwächt und die­se zur Diver­si­fi­ka­ti­on der Lie­fer­län­der zwingt. Wir müs­sen uns mit allen Akteu­ren zusam­men­set­zen, aber „das Macht­ge­fäl­le gehe nicht allein dadurch weg, dass man sich an einen Tisch setzt“, beton­te Fied­ler.
Die Mach­kon­zen­tra­ti­on in den Hän­den weni­ger Unter­neh­men wur­de von den Teilnehmer:innen auf dem Podi­um kri­tisch beleuch­tet und die Not­wen­dig­keit eines sys­te­mi­schen Wan­dels betont um die bestehen­den Macht­struk­tu­ren auf­zu­bre­chen. Fied­ler hat in die­sem Zusam­men­hang von dem Trend berich­tet, das Unter­neh­men sich immer ver­ti­ka­ler auf­stel­len, was wie­der­um zu einer Macht­kon­zen­tra­ti­on führt.

Die Dis­kus­si­on zeug­ten von Einig­keit dar­über, dass die Lösungs­an­sät­ze gesetz­li­cher Regu­lie­rung benö­ti­gen, um nach­hal­ti­ge Ver­än­de­rung her­bei­zu­füh­ren. Dar­über hin­aus ist die Stär­kung von Orga­ni­sa­tio­nen und Koope­ra­tio­nen not­wen­dig, um ver­bin­den­de Ele­men­te in und zwi­schen den Gesell­schaf­ten zu finden.

Wir wer­den die Umset­zung des EU-Lie­­fer­ke­t­­ten­­ge­­se­t­­zes wei­ter­hin kri­tisch ver­fol­gen. Die Dis­kus­si­on hat uns vie­le wich­ti­ge Stich­wor­te dazu geliefert.

Beson­ders gefreut haben uns beson­ders über die zahl­rei­chen Fra­gen aus dem enga­gier­ten Publi­kum, und anschlie­ßend hat­ten wir noch Gele­gen­heit zu ver­tief­te­ren Gesprä­chen in dem lau­en Abend auf der Dach­ter­ras­se des Jupiter.

Ein gro­ßes Dan­ke­schön gilt der Fair Trade Stadt Ham­burg für die Orga­ni­sa­ti­on der KOSMOS-Aktionswoche!

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