18. Juni 2019

Lie­be Run­d­­brief-Lese­rin­­nen und Leser,

die Ergeb­nis­se der Euro­pa­wahl haben eini­gen Auf­ruhr ver­ur­sacht. Umwelt- und Kli­ma­schutz hat in der Poli­tik den letz­ten Wochen noch ein­mal deut­lich an Gewicht gewon­nen. Selbst die Regie­rungs­par­tei­en, die sich bis­her mit dras­ti­schen Maß­nah­men schwer­ge­tan haben, dis­ku­tie­ren nun über eine Ver­schär­fung der Kli­ma­po­li­tik. Wir war­ten wei­ter gespannt auf die so drin­gend nöti­gen Wei­chen­stel­lun­gen hin zu einer nach­hal­ti­gen und zukunfts­fä­hi­gen Gesell­schaft. Wir zei­gen jedoch nicht nur mit dem Fin­ger auf die Poli­tik, son­dern set­zen uns als zivil­ge­sell­schaft­li­ches Netz­werk gemein­sam mit Ihnen, lie­be Lese­rin­nen und Leser, wei­ter aktiv für die Umset­zung der Nach­hal­ti­gen Ent­wick­l­unsg­zie­le in Ham­burg und dar­über hin­aus ein.

In unse­rem aktu­el­len Rund­brief haben wir für Sie wie­der span­nen­de Neu­ig­kei­ten, Publi­ka­tio­nen, Ver­an­stal­tungs­hin­wei­se und Nach­rich­ten aus der Nach­hal­tig­keits­de­bat­te zusammengestellt.

Wir wün­schen ange­neh­me und span­nen­de Lesestunden!

Ihr Zukunfts­­rats-Team


In eige­ner Sache

Stel­len­aus­schrei­bung

Der Zukunfts­rat Ham­burg ist ein gemein­nüt­zi­ger Ver­ein und ein Netz­werk von über 100 Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen, die sich mit Nach­hal­tig­keits­the­men im Ham­bur­ger Raum beschäf­ti­gen. Wir suchen eine/n studentische/n Mitarbeiter/in mit TYPO 3‑Kenntnissen mög­lichst ab dem 01.08.2019. Bezah­lung: 12,50 €/Stunde, 20 Stunden/Monat, fle­xi­ble Abspra­chen mög­lich. Dau­er: unbefristet

Studentische*r Mitarbeiter*in für Inter­net, Social Media, Rundbrief

Auf­ga­ben­be­reich:

  • redak­tio­nel­le Betreu­ung und Erstel­lung des monat­li­chen elek­tro­ni­schen Rund­briefs ein­schließ­lich Medienrecherche
  • redak­tio­nel­le Betreu­ung, Pfle­ge und Wei­ter­ent­wick­lung unse­rer Web­site mit CMS TYPO3
  • Betreu­ung der Social Media Kanäle
  • all­ge­mei­ne Büro- und Verwaltungstätigkeiten

Anfor­de­run­gen:

  • (Gute) Kennt­nis­se in TYPO3
  • Siche­rer Umgang mit Com­pu­ter, Inter­net und Social Media
  • IT-Kenn­t­­nis­­se von Vorteil
  • Gründ­li­che, sorg­fäl­ti­ge und eigen­ver­ant­wort­li­che Arbeitsweise
  • Inter­es­se an Nachhaltigkeitsthemen

Wir bie­ten:

  • Eigen­stän­di­ges Arbei­ten in einem klei­nen Team mit Raum für eige­ne Ideen
  • Arbeits­zeit: 20 Stun­den im Monat, fle­xi­ble Abspra­chen möglich
  • Beginn mög­lichst zum 01.08.2019
  • Dau­er: nach Vereinbarung
  • Bezah­lung: 12,50 €/Stunde

Bewer­bung nur per Mail bis zum 30.06.2019 an gokel@​zukunftsrat.​de


Ham­burg

Eini­gung auf Gesetz zum Koh­le­aus­stieg in Hamburg

Die Volks­in­itia­ti­ve Tschüss Koh­le und der rot-grü­­ne Ham­bur­ger Senat haben sich nach mona­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen auf einen Geset­zes­vor­schlag für einen ver­bind­li­chen Koh­le­aus­stieg geei­nigt. Aus 22.495 Unter­schrif­ten für die Volks­in­itia­ti­ve Tschüss Koh­le ist das bun­des­weit ers­te Gesetz eines Bun­des­lan­des gewor­den, dass ein Pflicht­da­tum für den Koh­le­aus­stieg aus der Wär­me­ver­sor­gung enthält.

Als ein Erfolg der Volks­in­itia­ti­ve ver­pflich­tet sich die Stadt gesetz­lich, den Ein­satz von Koh­le in der bald städ­ti­schen Fern­wär­me so früh und so weit­ge­hend wie mög­lich zu vermeiden.Allerdings muss die Fern­wär­me erst spä­tes­tens 2030, und nicht wie von der Initia­ti­ve ange­strebt 2025, kom­plett koh­le­frei sein.

Mit dem Ham­bur­gi­schen Koh­le­aus­stiegs­ge­setz führt Ham­burg den Schutz des Kli­mas und die Unter­stüt­zung der Pari­ser Kli­ma­zie­le als Staats­ziel ein. Ham­burg ver­pflich­tet alle ihre Dienst­stel­len, den bun­des­deut­schen Koh­le­aus­stieg nach Mög­lich­keit zu beschleunigen.

Dazu Wieb­ke Han­sen, Ver­trau­ens­per­son und Spre­che­rin von “Tschüss Kohle”:

„Wir haben viel mehr erreicht als nur ein End­da­tum für Koh­le­wär­me. Für mich ist das wich­tigs­te Ergeb­nis: Sobald die Fern­wär­me in öffent­li­cher Hand ist, hat die Stadt den gesetz­li­chen Auf­trag, die Koh­le­ver­bren­nung so schnell und so weit wie mög­lich zu ver­mei­den. Dies kann dem Kli­ma­schutz sogar mehr brin­gen als unser ers­ter Gesetzentwurf.“

Dazu Dr. Ulf Skir­ke, Zukunfts­rat Ham­burg, Ver­trau­ens­per­son von “Tschüss Kohle”:

„Wir for­der­ten zu Beginn ein deut­lich frü­he­res Datum zum Aus­stieg aus der Koh­le im Wär­me­be­reich. Bei inten­si­ven Ver­hand­lun­gen stell­te sich her­aus: aus heu­ti­ger Sicht ist nicht alles so umsetz­bar wie gedacht. Statt­des­sen wur­den gegen­über dem bis­he­ri­gen Vor­ge­hen neue, posi­ti­ve Vor­schlä­ge zur beschleu­nig­ten Umset­zung ver­ein­bart. Erst haben wir den Koh­le­aus­stieg nur gefor­dert, jetzt wer­den wir den schnellst­mög­li­chen Aus­stieg aus der Koh­le­nut­zung auch in einem Begleit­pro­zess aktiv mit­ge­stal­ten und kontrollieren.“

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Wetter.Wasser.Waterkant.2019

Ham­burgs kos­ten­freie Bil­dungs­wo­che für Schu­len zu Kli­ma, Öko­lo­gie und Nach­hal­tig­keit fidet in die­sem Jahr vom 12. bis 20. Sep­tem­ber 2019 in der Hafen­Ci­ty statt. Im Pro­gramm­heft fin­den Sie wie­der vie­le bewähr­te und neue Work­shops, Exkur­sio­nen und Vorträge.

Der Kli­ma­wan­del, Extre­m­­we­t­­ter-Erei­g­­nis­­se und die Trans­for­ma­ti­on unse­rer Gesell­schaft sind seit Mona­ten sehr prä­sen­te The­men im öffent­li­chen Dis­kurs. Exper­tin­nen und Exper­ten dis­ku­tie­ren mit
Schü­le­rin­nen und Schü­lern, regen zu wei­te­rem Nach­den­ken an, bie­ten Ant­wor­ten bie­ten und zei­gen Wege auf, selbst aktiv zu wer­den! Unser Kon­sum­ver­hal­ten, unser Lebens­stil, die Müll­pro­ble­ma­tik und auch der Ver­lust der Arten­viel­falt bil­den in die­sem Jahr wei­te­re the­ma­ti­sche Schwerpunkte.

Beson­ders hin­wei­sen möch­ten wir auf eine Ver­an­stal­tung von Tho­mas Effen­ber­ger im Koope­ra­ti­on mit dem Zukunfts­rat Ham­burg zum The­ma “Land­wirt­schaft: kon­ven­tio­nell, kon­trol­liert, inte­griert, öko­lo­gisch — Per­spek­ti­ven zur Ernäh­rung von 10 Mil­li­ar­den Men­schen”. Außer­dem bie­ten Mehr Demo­kra­tie e.V. Lan­des­ver­band Ham­burg und Trans­pa­ren­cy Inter­na­tio­nal Deutsch­land e.V. gemein­sam eine Ver­an­stal­tung zu SDG (Sus­tainable Deve­lo­p­ment Goal) 16 — Frie­den, Gerech­tig­keit und star­ke Insti­tu­tio­nen an mit dem Titel “Gute Regie­rungs­füh­rung – Trans­pa­renz, Par­ti­zi­pa­ti­on, Rechts­staat und Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung im Diens­te der Nach­hal­tig­keit”.

Alle Infor­ma­tio­nen fin­den Sie hier.

Für alle Lehr­kräf­te aus Ham­burg und dem Ham­bur­ger Umland ist die Online-Anmel­­dung ab Frei­tag, 14.6.2019, 12 Uhr, offen!

Nich­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen for­dern mehr Trans­pa­renz in Hamburg

Trans­pa­renz ist neben Zie­len wie Par­ti­zi­pa­ti­on, Recht­staat­lich­keit, Rechen­schafts­pflicht und Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung eine der Nach­hal­tig­keits­zie­le der Ver­ein­ten Natio­nen und Bestand­teil des Ziel 16 „Frie­den, Recht­staat­lich­keit und star­ke Institu­ti­o­nen“. Das Ziel, das auch das Ziel der Guten Regierungs­führung genannt wird. Die deut­sche Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie besagt, dass die Inte­gra­ti­on der poli­ti­schen Dimen­si­on in die Agen­da 2030 einen bedeu­ten­den Fort­schritt im Ver­gleich zu den Mill­en­ni­ums­ent­wick­lungs­zie­len dar­stel­le, dass das Ziels 16, eines der Schlüs­sel­zie­le der Agen­da 2030 und eine der Grund­voraus­setzungen für die Errei­chung vie­ler wei­te­rer SDGs sei. Dies kann man gut nach­vollziehen, wenn man sich eini­ge Bei­spie­le vergegenwärtigt.

Trans­pa­renz ist eine not­wen­di­ge Grund­be­din­gung, um Ver­trau­en in die Poli­tik und Ver­wal­tung auf­zu­bau­en und ein infor­mier­tes Urteil des staat­li­chen Han­delns tref­fen zu kön­nen. Es gibt kaum einen Poli­ti­ker oder Behör­den­spre­cher, der sich nicht für Transpa­renz aus­spre­chen wür­de. Wenn es aber um Transpa­renz im kon­kre­ten Ein­zel­fall geht, sieht es trotz des Trans­pa­renz­ge­set­zes häu­fig anders aus. Längst nicht alle gefor­der­ten Infor­ma­tio­nen wer­den ver­öf­fent­licht und nie­mand scheint es zu kontrollieren.

Vier Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben des­halb kürz­lich einen gemein­sa­men Kata­log von 19 For­de­run­gen für mehr Trans­pa­renz in Ham­burg vor­ge­legt. Mehr Demo­kratie LV Ham­burg, Trans­pa­ren­cy Deutsch­land, Cha­os Com­pu­ter Club – die Initia­to­ren des Ham­bur­gi­schen Trans­pa­renz­ge­set­zes — und die Open Know­ledge Foun­da­ti­on. Eine Bür­ger­initia­ti­ve in Ber­lin hat einen sehr ähn­li­chen Forde­rungs­katalog zum Gegen­stand. All dies fasst Hele­na Pel­to­nen von Trans­pa­ren­cy Inter­na­tio­nal Deutsch­land in einem Gast­bei­trag für den Zukunfts­rat zusam­men. Mehr erfahren…

Ham­bur­ger ste­hen am längs­ten im Stau

In kei­ner ande­ren deut­schen Stadt haben die Ver­kehrs­teil­neh­mer im ver­gan­ge­nen Jahr mehr Zeit im Stau ver­lo­ren als in Ham­burg. Das ist das Ergeb­nis einer Stu­die des Navi­­ga­­ti­ons­­ge­rä­­te- und Sof­t­­wa­re-Her­s­tel­­lers Tom­Tom. Danach kommt Ham­burg für 2018 auf ein durch­schnitt­li­ches “Stau-Niveau” von 33 Pro­zent. Die­se Zahl gibt an, um wie viel Pro­zent län­ger eine Fahrt mit Ver­kehrs­be­hin­de­run­gen gegen­über einer Fahrt ohne jeg­li­che Staus dau­ert. In den Mor­gen­stun­den liegt das Stau-Niveau in Ham­burg laut Tom­Tom bei 54 und im Fei­er­aber­abend­ver­kehr bei 59 Pro­zent. Damit liegt Ham­burg vor Ber­lin (Tages­durch­schnitt: 31 Pro­zent), Stutt­gart (30), Mün­chen (30) und Frank­furt (26). Gegen­über 2017 hat sich die Lage in Ham­burg um einen Pro­zent­punkt noch etwas ver­schlech­tert. Die Grün­de dafür sind viel­fäl­tig — und teils über­ra­schend. Das Ham­bur­ger Abend­blatt hat sie zusam­men­ge­tra­gen. Mehr erfah­ren…

Quel­le: Ham­bur­ger Abendblatt


Über den Tellerrand

PRE­VENT — neue Abfall-Alli­anz zur Ver­mei­dung von Abfällen

Über 30 Orga­ni­sa­tio­nen aus Wirt­schaft, Wis­sen­schaft, Zivil­ge­sell­schaft und öffent­li­chen Insti­tu­tio­nen haben im Mai 2019 die PRE­VENT Abfall Alli­anz in Deutsch­land ins Leben geru­fen. Sie dient als Platt­form für Aus­tausch und inter­na­tio­na­le Koope­ra­ti­on. Gemein­sam wol­len die Orga­ni­sa­tio­nen dazu bei­tra­gen, dass Abfäl­le welt­weit mini­miert, Schad­stof­fe eli­mi­niert und Res­sour­cen im Kreis­lauf geführt wer­den.
Dafür stre­ben sie den Aus­bau einer funk­tio­nie­ren­den Abfall- und Kreis­lauf­wirt­schaft an.Sie set­zen sich für Ver­mei­dung, Samm­lung, Recy­cling und den Ein­satz von Sekun­där­roh­stof­fen in Ent­­wick­­lungs- und Schwel­len­län­dern ein. Im Fokus ste­hen dabei Kunst­stoff­ab­fäl­le aus Ver­pa­ckun­gen und Ein­weg­pro­duk­ten sowie Elek­­t­ro- und Elek­tro­ni­kal­t­ge­rä­te. Mehr erfahren…

Ste­hen wir vor dem Ende der Menschheit?

Die Wahr­neh­mung des Kli­ma­pro­blems wan­delt sich der­zeit rapi­de. Der Begriff “Kli­ma­wan­del” wird zuneh­mend durch “Kli­ma­kri­se” ersetzt und statt “Erwär­mung” wird sich wohl “Kli­ma­über­hit­zung” oder ein ähn­li­cher Begriff durch­set­zen. Doch ist es ange­mes­sen, vom Ende unse­rer Zivi­li­sa­ti­on oder gar dem Aus­ster­ben der Mensch­heit zu spre­chen?
Eini­ge der der­zeit wich­tigs­ten Kli­ma­be­we­gun­gen tun genau das. “Extinc­tion Rebel­li­on” trägt das Aus­ster­ben schon im Namen und die ers­te For­de­rung der Bewe­gung ist: Sagt die Wahr­heit und erklärt den Not­stand.
Gre­ta Thun­berg von Fri­days for Future sagt eben­falls klar, wel­che Optio­nen die Mensch­heit hat: “Ent­we­der ent­schei­den wir uns dafür, unse­re Zivi­li­sa­ti­on zu bewah­ren, oder wir tun es nicht.” Und an die Füh­rer der Welt gerich­tet sagt Thun­berg: “Ich will, dass ihr Panik kriegt.”
Aber gibt es wirk­lich Grund zur Panik? Schließ­lich sagt der Welt­kli­ma­rat IPCC, dass die Über­hit­zung theo­re­tisch noch bei 1,5 Grad gestoppt wer­den kann. Die IPCC-Berich­­te gel­ten als “Gold­stan­dard” der Kli­ma­wis­sen­schaf­ten, weil sie die Erkennt­nis­se aus Tau­sen­den Stu­di­en zusammenfassen.

Doch die Berich­te wer­den auch kri­ti­siert, etwa wegen ihrer Spra­che. Hans Joa­chim Schellnhu­ber, Ex-Chef des Pots­­dam-Ins­ti­­tuts für Kli­ma­fol­gen­for­schung und IPCC-Autor, sagt über IPCC-Autoren: Unter ihnen habe sich ein Trend ent­wi­ckelt, “auf der Sei­te mit dem gerings­ten Dra­ma zu irren”. Sie stel­len die Situa­ti­on also bes­ser dar, als sie ist, um nicht alar­mis­tisch zu klin­gen. Zudem geht der IPCC davon aus, dass sich die Erwär­mung line­ar fort­setzt. Vie­le Com­pu­ter­mo­del­le des Kli­mas zei­gen aber, dass sich die Erwär­mung beschleu­nigt. Das Ende der Mensch­heit mag so zwar unwahr­schein­lich sein, aber es ist eine rea­loe Mög­lich­keit, mit der man sich befas­sen müs­se, argu­men­tiert Chris­ti­an Mihatsch in einem Arti­kel für den kli­ma­re­por­ter. Mehr erfah­ren…

Quel­le: kli​ma​re​por​ter​.de

Dazu: Extinc­tion Rebellion

Neben Fri­days for Future ist gera­de eine ande­re Umwelt­be­we­gung in aller Mun­de: Extinc­tion Rebel­li­on, die mit auf­seh­ner­re­gen­den Pro­tes­ten und zivi­lem Unge­hor­sam von Großb­ritta­ni­en aus­ge­hend mitt­ler­wei­le in vie­len Län­dern aktiv sind. Sie wol­len den Lon­do­ner Flug­ha­fen lahm­le­gen und haben gezeigt, dass sie es ernst mei­nen, als sie für meh­re­re Tage die Lon­do­ner Innen­stadt blo­ckiert haben. Die Aktivist*innen, die die Bewe­gung im Okto­ber 2018 gegrün­det haben, for­dern eine radi­ka­le Umsteue­rung von Poli­tik, Wirt­schaft und Gesell­schaft. Ihren Wider­stand begrün­den Sie mit dem ansons­ten bevor­ste­hen­den Aus­ster­ben der Mensch­heit. Dabei grei­fen sie auf sehr stra­te­gi­sche, gewalt­freie Wider­­stands- und Pro­test­for­men zu, die jedoch größt­mög­li­che zivil­ge­sell­schaft­li­che Effek­te her­vor­ru­fen — wie eben die Blo­cka­de eines Flug­ha­fens. Mehr über die Zie­le, Akti­ons­for­men und Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten in der Bewe­gung erfah­ren Sie hier.

Quel­le: uto​pia​.de


Publi­ka­tio­nen und Studien

Wie nah sind wir dem Errei­chen der SDGs?

Die Errei­chung der 17 Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (Sus­tainable Deve­lo­p­ment Goals – SDG) der Agen­da 2030 stellt für alle OECD-Län­­der eine Her­aus­for­de­rung dar. Deutsch­land bei­spiels­wei­se erfüllt zur­zeit erst 20 der 169 Vor­ga­ben voll­stän­dig. Mit der Stu­die „Mea­su­ring Distance to the SDG Tar­gets 2019“ wur­de eine Metho­de ent­wi­ckelt, um die Fort­schrit­te ver­schie­de­ner Län­der mit­ein­an­der zu ver­glei­chen und auf­zu­zei­gen, wie weit die jewei­li­gen Län­der noch von der Ziel­er­rei­chung ent­fernt sind, und wo die jewei­li­gen Stär­ken und Schwä­chen lie­gen. Die Stu­die basiert auf der glo­ba­len Lis­te von 244 Indi­ka­to­ren der Ver­ein­ten Natio­nen. Es zeigt sich, dass eini­ge Vor­ga­ben eher erreicht wer­den als ande­re. So wur­den die Zie­le zu Müt­­ter-und Kin­der­sterb­lich­keit erfüllt und auch in der Bekämp­fung von töd­li­chen Infek­ti­ons­krank­hei­ten wie HIV/Aids,Tuberkulose oder Hepa­ti­tis Bgab es Fort­schrit­te. Die Anzahl töd­li­cher Ver­kehrs­un­fäl­le konn­te all­ge­mein redu­ziert wer­den. Auch Vor­ga­ben zu grund­le­gen­den Dienst­leis­tun­gen wie Zugang zu Strom oder mobi­len Diens­ten und die Ent­sor­gung von Abwas­ser und Müll wer­den ver­gleichs­wei­se oft erfüllt. Vor­ga­ben, die auf Gleich­be­rech­ti­gung und den Abbau von Ungleich­heit zie­len, wer­den hin­ge­gen sel­te­ner erfüllt. In eini­gen OECD-Län­­dern gibt es dies­be­züg­lich sogar einen Nega­tiv­trend. Die Stu­die kön­nen Sie hier einsehen.

Taten statt Wor­te: Agen­da 2030 kon­se­quent umsetzen

Erst­mals seit Ver­ab­schie­dung der Glo­ba­len Nach­hal­tig­keits­zie­le fin­det im Sep­tem­ber 2019 wie­der ein Nach­hal­tig­keits­gip­fel der Ver­ein­ten Natio­nen statt. Im Hin­blick dar­auf for­dern mehr als 100 zivil­ge­sell­schaft­li­che Orga­ni­sa­tio­nen die Bun­des­re­gie­rung in einer gemein­sa­men Erklä­rung auf, die Agen­da 2030 kon­se­quent umzu­set­zen und ihre Poli­tik end­lich an den nach­hal­ti­gen Ent­wick­lungs­zie­len aus­zu­rich­ten. Dazu erklärt Dr. Lui­se Stein­wachs, stell­ver­tre­ten­de Vor­stands­vor­sit­zen­de vom Ver­band Ent­wick­lungs­po­li­tik und Huma­ni­tä­re Hil­fe (VEN­RO):

„Obwohl CDU/CSU und SPD in ihrem Koali­ti­ons­ver­trag die Agen­da 2030 für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung als Maß­stab ihres Regie­rungs­han­delns bezeich­nen, kommt die Umset­zung nur schlep­pend vor­an. Mit Blick auf den UN-Nach­hal­­ti­g­keits­­gip­­fel im Sep­tem­ber ist es daher höchs­te Zeit, dass die Bun­des­re­gie­rung für alle Res­sorts kon­kre­te Plä­ne mit Mei­len­stei­nen zur Umset­zung der Deut­schen Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie und der Agen­da 2030 auf­stellt. Nur wenn die Wei­chen in der Han­­dels- und Agrar­po­li­tik, der Ver­­kehrs- und Wirt­schafts­po­li­tik bis hin zur Kli­ma­po­li­tik sofort umge­stellt wer­den, kön­nen die Nach­hal­tig­keits­zie­le bis 2030 noch erreicht werden.“

Die Erklä­rung als pdf kön­nen Sie hier abrufen.

Kero­­sin-Steu­er bräch­te Milliarden

Eine Abga­be auf Flug­ben­zin hät­te kei­ne nega­ti­ven Fol­gen für die Wirt­schaft und posi­ti­ve Effek­te für das Kli­ma, zeigt eine bis­lang unver­öf­fent­lich­te Stu­die, die die EU-Kom­­mis­­si­on in Auf­trag gege­ben hat­te und die nun vom Umwelt­ver­band Trans­port and Envi­ron­ment gelea­k­ed wur­de. Jähr­lich könn­ten dadurch 16,4 Mil­li­ar­den Ton­nen CO2 ein­ge­spart wer­den. Das sind soviel Emis­sio­nen, die acht Mil­lio­nen Autos aus­sto­ßen. „Gleich­zei­tig könn­ten jähr­lich fast 27 Mil­li­ar­den Euro an Ein­nah­men erzielt wer­den“, erklärt Trans­port and Envi­ron­ment. Flug­ti­ckets wür­den durch die Steu­er im Durch­schnitt um 10 Pro­zent teu­rer. In Euro­pa fällt in kei­nem Land eine Abga­be auf Kero­sin an. Mehr erfah­ren…

SVR-Jah­­res­­gu­t­ach­­ten zu Inte­gra­ti­on und Migration 

In sei­nem Jah­res­gut­ach­ten zieht der Sach­ver­stän­di­gen­rat deut­scher Stif­tun­gen für Inte­gra­ti­on und Migra­ti­on (SVR) für die Berei­che Inte­gra­ti­on und Migra­ti­on eine Bilanz der letz­ten Jah­re. Danach bleibt bei der Inte­gra­ti­on von Geflüch­te­ten trotz Erfol­gen viel zu tun.
Im ver­gan­ge­nen Jahr­fünft ent­wi­ckel­te die deut­sche Migra­­ti­ons- und Inte­gra­ti­ons­po­li­tik nicht zuletzt auf­grund des hohen Flücht­lings­zu­zugs der Jah­re 2015 und 2016 eine hohe Dyna­mik. Die EU dage­gen kommt mit ihren Ver­su­chen, das Gemein­sa­me Euro­päi­sche Asyl­sys­tem neu auf­zu­stel­len, kaum vor­an. Das gilt vor allem für die Ver­ant­wor­tungs­tei­lung bei der Auf­nah­me von Asylsuchenden.

Das SVR-Jah­­res­­gu­t­ach­­ten 2019 ana­ly­siert die empi­ri­schen Daten und die poli­ti­schen Maß­nah­men der letz­ten Jah­re und bewer­tet sie. Einen Schwer­punkt stellt dabei die Flücht­lings­po­li­tik dar; aller­dings wer­den bei­spiels­wei­se in der Migra­ti­ons­po­li­tik auch die Ent­wick­lun­gen und gesetz­li­chen Ver­än­de­run­gen in den Berei­chen Erwerbs‑, Bil­­dungs- und Fami­li­en­mi­gra­ti­on dis­ku­tiert. Es setzt sich zudem mit der öffent­li­chen Debat­te um Inte­gra­ti­on und Migra­ti­on und den Ein­stel­lun­gen der Bevöl­ke­rung hier­zu aus­ein­an­der. Hier kön­nen Sie das Gut­ach­ten einsehen.

Haupt­gut­ach­ten zum Zusam­men­hang von Digi­ta­li­sie­rung und Nachhaltigkeit 

Die Digi­ta­li­sie­rung geht mit einem stei­gen­den Ener­­gie- und Res­sour­cen­ver­brauch sowie glo­ba­len Pro­­duk­­ti­ons- und Kon­sum­mus­tern ein­her, die die Öko­sys­te­me belas­ten. Zu die­sem Ergeb­nis kommt der Wis­sen­schaft­li­che Bei­rat Glo­ba­le Umwelt­ver­än­de­run­gen (WBGU) in sei­nem Haupt­gut­ach­ten „Unse­re gemein­sa­me digi­ta­le Zukunft“. Der WBGU for­dert, den digi­ta­len Wan­del so zu gestal­ten, dass er als Hebel und Unter­stüt­zung für Nach­hal­tig­keit dient. Das Gut­ach­ten im Voll­text wird in den nächs­ten Mona­ten vom WBGU ver­öf­fent­licht. Die Zusam­men­fas­sung sowie die Han­d­­lungs- und For­schungs­emp­feh­lun­gen sind bereits im pdf-Down­­load ver­füg­bar. Mehr erfah­ren…

Dazu auch:

Nach­hal­tig­keit durch Digitalisierung

Digi­ta­li­sie­rung kann zu mehr Nach­hal­tig­keit füh­ren, birgt aber auch Risi­ken: Zu die­sem Schluss kamen zwei Sach­ver­stän­di­ge in einem öffent­li­chen Fach­ge­spräch des Par­la­men­ta­ri­schen Bei­rats für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung am Mitt­woch, 15. Mai 2019. Unter Vor­sitz von Andre­as Lenz (CSU) dis­ku­tie­ren die Abge­ord­ne­ten mit Cars­ten Polenz, Vice Pre­si­dent für das Sher­pa Office Exe­cu­ti­ve Board SAP, und Til­man Sant­a­ri­us von der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin. Cars­ten Polenz beton­te, die Digi­ta­li­sie­rung habe von der Öffent­lich­keit unbe­merkt in den Unter­neh­men bereits Ende der 1950er-Jah­re begon­nen, als etwa Bank­be­we­gun­gen, die zuvor hän­disch ein­ge­ge­ben wur­den, digi­ta­li­siert wur­den. Mehr erfah­ren…


Inter­net Tipps

Umfra­ge „Glo­bal Sur­vey on Sus­taina­bi­li­ty and the SDGs“noch bis Ende Juni verfügbar

Vor drei Jah­ren ver­ab­schie­de­te die UN Voll­ver­samm­lung die Zie­le für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (UN Sus­tainable Deve­lo­p­ment Goals, SDGs). Seit­dem ist viel pas­siert – doch was davon neh­men die Men­schen wahr? Wie zufrie­den sind sie mit den erziel­ten Fort­schrit­ten? Und was bewegt sie, wenn es um das The­ma Nach­hal­tig­keit geht?

Erst­mals ste­hen die­se Fra­gen im Fokus einer welt­wei­ten Umfra­ge – und noch bis Ende Juni 2019 kann sich jeder dar­an betei­li­gen. Die Umfra­ge steht auf www​.glo​bal​sur​vey​-sdgs​.com in 16 Spra­chen zur Verfügung.

Die Befra­gung rich­tet sich eben­so an Pri­vat­per­so­nen wie an Ver­tre­ter aus Poli­tik, Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und For­schung, Medi­en sowie der Zivil­ge­sell­schaft auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne. Ziel der Umfra­ge ist es, die Her­aus­for­de­run­gen in Bezug auf Umwelt, Sozia­les und Wirt­schaft in den jewei­li­gen Län­dern zu prio­ri­sie­ren und die Dring­lich­keit des Han­delns zu bestim­men. Dar­über hin­aus wird die Leis­tung der Insti­tu­tio­nen und Sek­to­ren in den Län­dern bewertet.

Die Ergeb­nis­se wer­den vor­aus­sicht­lich im Juni 2019 unter ande­rem auf der Web­site (www​.glo​bal​sur​vey​-sdgs​.com) ver­öf­fent­licht und Ent­schei­dungs­trä­gern der genann­ten Sek­to­ren prä­sen­tiert, um Bewusst­sein zu schaf­fen und not­wen­di­ge Ent­schei­dun­gen für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung zu initi­ie­ren und zu beschleunigen.

Die Finan­zie­rung des Glo­bal Sur­vey trägt das deut­sche Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Umwelt, Natur­schutz und nuklea­re Sicher­heit. Durch­ge­führt wird der Glo­bal Sur­vey von der Yale Uni­ver­si­ty, New Haven (USA), sowie dem Ham­bur­ger Bera­tungs­un­ter­neh­men Schlan­ge & Co., das sich auf Nach­hal­tig­keits­the­men spe­zia­li­siert hat.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Glo­bal Suvey on Sus­taina­bi­li­ty and the SDGs sind unter der Website

www​.glo​bal​sur​vey​-sdgs​.com sowie unter #Glo­bal­Sur­veySDG abrufbar.

Was bedeu­tet eine “Offe­ne Gesellschaft”?

Mm 2. Mai tra­fen in der stra­tum lounge der Psych­ia­ter und Öko­nom Ste­fan Brunn­hu­ber, der auch Mit­glied des Club of Rome ist, und der Rechts­phi­lo­soph und bekann­te ZEIT-Autor Felix Ekardt auf­ein­an­der. Das Streit­ge­spräch dreh­te sich um die Fra­ge, was eine “Offe­ne Gesell­schaft” ist und ob wir damit in eine wirk­lich nach­hal­ti­ge Zukunft kommen.

Das Video des Abends fin­den Sie jetzt hier.


Ter­mi­ne

Nach­hal­ti­ger Lebens­zy­klus von Gebäu­den – Wunsch oder schon Wirk­lich­keit in Hamburg?

am Mon­tag, 24. Juni 2019 von 13.30 Uhr bis ca. 18.30 Uhr im Haus der Patrio­ti­schen Gesell­schaft, Kir­ch­hof-Saal, Trost­brü­cke 6, 20457 Hamburg

Ham­burgs Stadt­ent­wick­lung läuft auf Hoch­tou­ren — ob in der Hafen­Ci­ty, Alto­na, Ober­bill­wer­der, Neu­gra­ben Fisch­bek oder Wil­helms­burg: Über­all ent­ste­hen neue inno­va­ti­ve Quar­tie­re. Wie gehen gro­ße städ­ti­sche Ent­wick­lungs­trä­ger wie die Hafen­Ci­ty GmbH und IBA Ham­burg GmbH mit Nach­hal­tig­keit und Lebens­zy­klus­be­trach­tun­gen bei ihren Pro­jek­ten um? Wie sichern sie die The­men in der Pro­jekt­ent­wick­lung und vor allem bei der Umset­zung ab? Sowohl in Deutsch­land mit dem DGNB als auch in der Schweiz mit dem SNBS sind Stan­dards und Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­te­me eta­bliert – wie sind hier die aktu­el­len Trends und Erfah­run­gen? Bei der Ver­an­stal­tung soll mit den ver­schie­de­nen Akteu­ren — ob Investoren*innen, Zer­ti­fi­zie­ren­den, Architekt*innen oder Projektentwicklern*innen die­sen Fra­gen nach­ge­gan­gen und über Stell­schrau­ben, Hemm­nis­se und Chan­cen dis­ku­tiert werden.

Die Ver­an­stal­tung wird für die Ein­tra­gung bzw. Ver­län­ge­rung der Ener­­gie­e­f­­fi­­zi­enz-Exper­­ten­­lis­­te für För­der­pro­gram­me des Bun­des der­zeit geprüft.

Für die Ver­an­stal­tung wird eine Teil­nah­me­ge­bühr 29 Euro erho­ben (in Aus­bil­dung Befind­li­che gegen Nach­weis frei). Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Anmel­de­mög­lich­kei­ten fin­den Sie hier.

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