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Das weib­li­che Poten­ti­al ein­set­zen für Zukunfts­ge­stal­tung und Digitalisierung

Posted on 17. Januar 2022

Noch immer arbei­ten nur sehr weni­ge Frau­en in den zukunfts­ori­en­tier­ten tech­ni­schen und natur­wis­sen­schaft­li­chen Beru­fen, obwohl gera­de die­se Beru­fe in der Regel gute Chan­cen auf gutes Ein­kom­men und damit ein selbst­be­stimm­tes Leben bie­ten. (Der Anteil von Frau­en beträgt laut MINT-Herbst­re­port 2021 des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft z.B. in IT-Fach­ar­bei­ter­be­ru­fen ca. 15% und in IT-Exper­ten­be­ru­fen ca. 16%.)

MINT = Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaft und Technik

War­um brau­chen wir mehr Frau­en in MINT-Berufen?

Wegen des gro­ßen Fach­kräf­te-Man­gels gera­de im tech­ni­schen Bereich ist es für unse­re Wirt­schaft wich­tig, dass hier auch das Poten­zi­al der Frau­en genutzt wird.
Und für die anste­hen­de Digi­ta­li­sie­rung in unse­rer Gesell­schaft ist es wesent­lich, dass die Per­spek­ti­ve der Frau­en eben­so ein­ge­bracht wird wie die der Män­ner, d.h. dass viel mehr Frau­en sich an der Ent­wick­lung der Tech­nik beteiligen.

War­um wäh­len so weni­ge jun­ge Frau­en einen MINT-Beruf?

Jun­ge Frau­en errei­chen heu­te sehr gute Schul­ab­schlüs­se und las­sen sich auch für Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaf­ten und Tech­nik begeis­tern. Trotz­dem nut­zen nur weni­ge ihr Poten­zi­al, um in einem der MINT-Beru­fe tätig zu sein.
Es gibt heu­te vie­le inter­es­san­te Ange­bo­te zur Berufs­ori­en­tie­rung. Aber trotz­dem ist es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht gelun­gen, den Frau­en-Anteil in den MINT-Beru­fen deut­lich zu erhöhen.

Um das zu ändern, müs­sen sich Betei­lig­te in Päd­ago­gik und Berufs­ori­en­tie­rung sowie Ver­ant­wort­li­che in Wirt­schaft und Poli­tik über die Grün­de im Kla­ren sein.

Hier sol­len nun eini­ge der wich­tigs­ten Grün­de genannt werden:

  • Die meis­ten Mäd­chen haben eine ande­re Her­an­ge­hens­wei­se an natur­wis­sen­schaft­li­che und tech­ni­sche The­men als die meis­ten Jun­gen. Sie schät­zen Tech­nik weni­ger um ihrer selbst wil­len, son­dern möch­ten einen Bezug zur Anwen­dung und zur Umge­bung sehen und wis­sen, zu wel­cher Lösung MINT in einer für sie rele­van­ten Lebens­welt bei­trägt. Der Nut­zen der Tätig­keit für die Gesell­schaft ist für sie ein ent­schei­den­der Moti­va­tor, um in die­sem Bereich eine beruf­li­che Tätig­keit aus­zu­üben. Wird dies im Schul­un­ter­richt nicht genü­gend berück­sich­tigt, ver­lie­ren sie schnell das Interesse.
  • Weil das Inter­es­se an IT gleich­ge­setzt wird mit dem Inter­es­se an der „Jun­gen­kul­tur“, ver­wei­gern sich die meis­ten Mäd­chen die­sem The­ma, obwohl sie mög­li­cher­wei­se grund­sätz­lich gro­ßes Inter­es­se an tech­ni­schen The­men haben.
  • Die IT-Beru­fe haben bei Mäd­chen und Frau­en meist ein nega­ti­ves Image – sie gel­ten als Betä­ti­gungs­feld sozi­al inkom­pe­ten­ter Com­pu­ter-Fans ohne wei­te­re Inter­es­sen und ohne mensch­li­che Kon­tak­te („Nerds“). Und auch von Frau­en, die nicht den Geschlech­ter­ste­reo­ty­pen ent­spre­chen, z. B. in der IT tätig sind, haben Mäd­chen im All­ge­mei­nen ein eher nega­ti­ves Bild. Denn den meis­ten ist nicht bekannt, was in die­sen Beru­fen getan wird und dass hier auch sehr viel mit ande­ren Men­schen kom­mu­ni­ziert wird.
  • Wenn Mäd­chen einen Bereich als Män­ner­do­mä­ne wahr­neh­men, nei­gen sie dazu, sich dar­in weni­ger begabt und leis­tungs­fä­hig zu hal­ten und weni­ger Erfolg zu erwar­ten. So ver­lie­ren sie das Ver­trau­en in die eige­ne Kom­pe­tenz und in ihre Leis­tungs­fä­hig­keit in die­sem Gebiet.
  • Von der Puber­tät an befürch­ten die meis­ten Mäd­chen, wegen guter Leis­tun­gen in den bis­her als frau­en­un­ty­pisch gese­he­nen Fächern von ande­ren aus­ge­grenzt zu wer­den und für Jun­gen unat­trak­tiv zu sein. Dar­um ver­min­dern sie ihr Inter­es­se und ihre Leis­tun­gen in die­sen Berei­chen. Dadurch lässt dort schließ­lich ihre Leis­tungs­fä­hig­keit tat­säch­lich nach und reicht dann für einen Beruf im MINT-Bereich nicht aus. Dies geschieht gera­de in einer Zeit, in der sie Ent­schei­dun­gen für ihren spä­te­ren Berufs­weg treffen.

Wie kön­nen mehr Frau­en für MINT-Beru­fe gewon­nen werden?

Die Bega­bun­gen und das vor der Puber­tät vor­han­de­ne Inter­es­se und Selbst­ver­trau­en von Mäd­chen im MINT Bereich müs­sen durch geziel­te För­de­rung erhal­ten wer­den, und den tra­di­tio­nel­len Geschlech­ter­rol­len-Vor­stel­lun­gen muss nach­hal­tig ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den, ins­be­son­de­re in der Schu­le, aber auch in außer­schu­li­schen MINT-Angeboten.

Es gibt eine Rei­he von Maß­nah­men, durch die dies gelin­gen kann:

  • Die Lehr­kräf­te neh­men die Bega­bun­gen der Schü­le­rin­nen im MINT-Bereich wahr, för­dern sie gezielt und ermu­ti­gen die Mäd­chen dazu, ihrem Inter­es­se nach­zu­ge­hen und ihrer Leis­tungs­fä­hig­keit zu ver­trau­en (ohne ihr Geschlecht zu betonen).
  • In der Schu­le wird eine Spra­che ver­wen­det, in der gera­de im natur­wis­sen­schaft­lich-tech­ni­schen Bereich und für MINT-Beru­fe Mäd­chen und Frau­en gezielt genannt und ange­spro­chen wer­den oder neu­tra­le For­men benutzt wer­den (z.B. „Inge­nieu­rin­nen und Inge­nieu­re“, „For­sche­rin­nen und For­scher“ bzw. „For­schen­de“).
  • In Unter­richts­ma­te­ria­li­en und Berufs-Infor­ma­tio­nen wer­den Bil­der ver­wen­det, die Tech­nik im All­tag oder als Lösung für gesell­schaft­li­che Pro­ble­me sowie Tech­nik mit Team­ar­beit abbil­den. Die ver­wen­de­ten Abbil­dun­gen zei­gen statt Geschlech­ter­ste­reo­ty­pe Mäd­chen und Jun­gen, Frau­en und Män­ner glei­cher­ma­ßen in berufs­ty­pi­schen Tätig­kei­ten und in ver­gleich­ba­ren Positionen.
  • Im Unter­richt, in der Aus­stat­tung von Räu­men sowie in den Infor­ma­tio­nen der Schu­le (wie Home­page, Rund­brie­fe, Schul­zei­tung) wer­den die viel­fäl­ti­gen Kom­pe­ten­zen und Leis­tun­gen von Mäd­chen und Frau­en sicht­bar gemacht. Mäd­chen und Jun­gen, Frau­en und Män­ner wer­den glei­cher­ma­ßen in unter­schied­lichs­ten Berei­chen inter­es­siert und kom­pe­tent dar­ge­stellt (z.B. Mäd­chen-Fuß­ball­team, Jun­gen beim Prak­ti­kum in der Kita, Hand­wer­ke­rin­nen, Inge­nieu­rin­nen, Raum­fah­re­rin­nen). Auf Bei­trä­ge von Frau­en zur For­schung und tech­ni­schen Ent­wick­lung wird eben­so hin­ge­wie­sen wie auf Bei­trä­ge von Männern.
  • Im MINT-Unter­richt wer­den dif­fe­ren­zier­te Beschrei­bun­gen ver­wen­det, in denen die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Theo­rie und Pra­xis mit kon­kre­ten Anwen­dungs­be­zü­gen und Gestal­tungs­aspek­ten her­ge­stellt werden.
  • Per­so­nen in den bis­her geschlechts­un­ty­pi­schen Berei­chen (Erzie­her, Phy­si­ke­rin) und Mäd­chen mit Inter­es­se und guten Leis­tun­gen im MINT-Bereich wer­den als Regel­fäl­le behan­delt und nicht als Aus­nah­men hervorgehoben.
  • Schü­le­rin­nen und Schü­ler ler­nen als posi­ti­ve Vor­bil­der ansprech­ba­re Frau­en mit unter­schied­li­chen Hin­ter­grün­den ken­nen, die sich in unter­schied­li­chen Lebens­pha­sen befin­den und mit ihrer Berufs­bio­gra­fie geschlech­ter­ste­reo­ty­pe Zuschrei­bun­gen widerlegen.
  • Die Lehr­kräf­te wir­ken der Zurück­hal­tung der Mäd­chen in gemisch­ten Grup­pen ent­ge­gen (z.B. durch Bil­dung rei­ner Mäd­chen- bzw. Jun­gen-Teams oder Wech­seln der Auf­ga­ben­ver­tei­lung in den Gruppen).
  • Wett­be­wer­be im MINT-Bereich wer­den so aus­ge­stal­tet, dass Mäd­chen und Jun­gen glei­cher­ma­ßen ange­spro­chen und ins­be­son­de­re Mäd­chen für eine Teil­ha­be gewon­nen werden.

Was ist zu tun?

Immer noch wir­ken alte Geschlech­ter­ste­reo­ty­pen in unse­rem Bil­dungs­sys­tem, in der Berufs­ori­en­tie­rung und auch in der beruf­li­chen Pra­xis. Geschlech­ter-Kli­schees wer­den in der Schu­le wei­ter­ge­ge­ben und ver­stärkt. Nur weni­ge Lehr­kräf­te erken­nen und för­dern das Poten­zi­al der Mäd­chen im MINT-Bereich. Viel zu weni­ge Betei­lig­te in Päd­ago­gik und Berufs­ori­en­tie­rung set­zen sich mit dem The­ma Geschlech­ter­ge­rech­tig­keit aus­ein­an­der und reflek­tie­ren ihre eige­nen Geschlech­ter­rol­len-Vor­stel­lun­gen.
Damit sich dies ändert, ist es drin­gend erfor­der­lich, dass Geschlech­ter­ge­rech­te Päd­ago­gik prü­fungs­re­le­van­ter Bestand­teil der Aus­bil­dung von Lehr­kräf­ten wird und dass das The­ma Geschlech­ter-Sen­si­bi­li­tät Inhalt ver­pflich­ten­der Fort­bil­dun­gen für Lehr­per­so­nen und in der Berufs­ori­en­tie­rung Agie­ren­de wird.


Quel­len und Weiterlesen

Der Bei­trag ver­wen­det Infor­ma­tio­nen und Anre­gun­gen aus fol­gen­den Bro­schü­ren — die­se eig­nen sich auch zum Wei­ter­le­sen und zur Ver­tie­fung des Themas:

  • Wie MINT-Pro­jek­te gelin­gen — Qua­li­täts­kri­te­ri­en für gen­der­sen­si­ble MINT-Pro­jek­te
    in der Berufs- und Stu­di­en­ori­en­tie­rung (2019)
    https://wm.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m‑wm/intern/Publikationen/Arbeit/Brosch%C3%BCre_Wie_MINT_Projekte_gelingen2019.pdf
  • GenderMINT4.0 – Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Schu­len (2020)
    http://​www​.gen​der​mint​.de/​s​i​t​e​/​a​s​s​e​t​s​/​f​i​l​e​/​1​0​8​4​/​h​a​n​d​l​u​n​g​s​e​m​p​f​e​h​l​u​n​g​e​n​_​f​u​r​_​s​c​h​u​l​e​n​_​f​e​b​r​u​a​r​_​2​0​2​0​.​pdf
  • MI(N)T machen erwünscht! – Qua­li­täts­kri­te­ri­en für gen­der­sen­si­ble MINT-Pro­jek­te (2020)
    https://mint.rlp.de/fileadmin/mint/Bildmaterial/MINT-Broschuere/Broschuere_MI_N_T_machen_erwuenscht_Print_%40_Home_01.pdf
  • Leit­li­ni­en für die Mäd­chen­päd­ago­gik Ham­burg:
    http://​www​.ham​burg​.de/​c​o​n​t​e​n​t​b​l​o​b​/​4​3​2​4​9​2​8​/​d​a​t​a​/​l​e​i​t​l​i​n​i​e​n​-​m​a​e​d​c​h​e​n​a​r​b​e​i​t​.​pdf
  • MINT-Herbst­re­port 2021
    https://​www​.natio​na​lesmint​fo​rum​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​m​e​d​i​e​n​a​b​l​a​g​e​/​c​o​n​t​e​n​t​/​v​e​r​a​n​s​t​a​l​t​u​n​g​e​n​/​M​I​N​T​_​H​e​r​b​s​t​r​e​p​o​r​t​_​2​0​2​1​/​M​I​N​T​-​H​e​r​b​s​t​r​e​p​o​r​t​_​2​0​2​1​_​-​_​f​i​n​a​l​e​_​F​a​s​s​u​n​g​_​2​3​_​1​1​_​2​0​2​1​.​pdf

Pho­to by Thi­sis­En­gi­nee­ring RAEng on Uns­plash

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