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Freitag, 20. Oktober 2017
 

Sustainable Development Goals

Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele
Hamburgs Hausaufgaben für den G20-Gipfel

Von den 169 UN-Zielen für eine gerechte und menschenwürdige Entwicklung stellt der Zukunftsrat Hamburg jene vor, die eine besondere Herausforderung für Hamburg enthalten. Von der Armutsbekämpfung über den Klima-, Ressourcen- und Artenschutz bis zu nachhaltigen Produktions- und Konsummustern sowie beteiligungsfreundlichen Entscheidungsstrukturen.

2015 beschlossen die Vereinten Nationen mit der Agenda 2030 eine lange Liste von Zielvorstellungen für eine gerechtere zukunftsfähige Welt von morgen. Nach dem Plan der Bundesregierung soll auf dem G20-Gipfel in Hamburg die Umsetzung dieser Ziele erörtert werden. Die Behörde für Umwelt und Entwicklung hat die Aufgabe, dies für Hamburg vorzubereiten.

In einer Kurzstudie nimmt der Zukunftsrat Hamburg  die Agenda 2030 und ihre 169 Unterziele wörtlich – als konkrete Aufforderungen an alle Länder, Regionen und Gesellschaften zu einer „Transformation unserer Welt“ (UN-Text).

Beispiele:

  • Bis 2030 soll der Anteil der armen Menschen mindestens um die Hälfte gesenkt werden (Ziel 1.2). Die Armutsquote in Hamburg liegt bei 15,6%.

  • Die Frühsterblichkeit wegen nicht-ansteckender Krankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes soll um ein Drittel vermindert werden (Ziel 3.4).

  • Alle Schülerinnen und Schüler sollen eine kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung abschließen (Ziel 4.1). Die lange erfreulich gesunkene Quote der Schulabbrecher stieg in Hamburg in letzter Zeit wieder an.

  • Der Anteil erneuerbarer Energien soll deutlich erhöht, die Steigerungsrate der Energieeffizienz verdoppelt werden (Ziele 7.2 und 7.3). Bei beidem hat Hamburg großen Nachholbedarf.

  • Allen Menschen soll der „Zugang zu angemessenem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum“ gewährleistet werden. Die Mietenentwicklung in Hamburg stellt die „Bezahlbarkeit“ für Einkommensschwache weiterhin in Frage.

  • Die Umweltbelastungen pro Kopf – besonders bei der Luftqualität und beim Abfall – sollen gesenkt werden (Ziele 11.6, 12.5). Hamburg verletzt regelmäßig die NO2-Grenzwerte und ist das Bundesland mit dem meisten Haus- und Sperrmüll pro Kopf.

  • Die CO2-Emissionen sind entsprechend den Zielen der UN-Klimavereinbarungen (zuletzt Paris) zu reduzieren (Ziel 13). Noch hat Hamburg kein Rezept für die dafür notwendigen drastischen Emissionsminderungen gefunden.

  • Die Nahrungsmittelverschwendung auf Einzelhandels- und Verbraucherebene soll pro Kopf halbiert werden (Ziel 12.3). Hamburgs ökologischer Fußabdruck ist gerade bei der Nahrung überproportional hoch.

  • Ziel 15.5 fordert „bedeutende Maßnahmen“ gegen die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und gegen den Verlust der biologischen Vielfalt. Dieses Ziel kommt durch den derzeitigen Bau-Boom in der Stadt stark unter Druck. Hier bedarf es klarer Abwägungskriterien und „roter Linien“.

Der Zukunftsrat bekräftigt seine Auffassung, dass diese teilweise sehr konkreten Zielsetzungen der UN nur in einem längerfristigen Verständigungsprozess zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verfolgt werden können.

Die vollständige Kurzstudie können Sie hier lesen. 

 

Ebenfalls zum Thema der Sustainable Development Goals:

Hamburger Ratschlag zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die Zukunft, die wir wollen – das Hamburg, das wir brauchen.

Auf der Webseite www.2030hamburg.de finden Sie weitere Informationen sowie eine Dokumentation der bisherigen Veranstaltungen.

Eine Veranstaltung von Marie-Schlei-Verein, Eine Welt Netzwerk Hamburg, die W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik und Zukunftsrat Hamburg.  Finanziell unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

 

 

 

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