18. Dezember 2018

Liebe Rundbrief-Leserinnen und Leser,

wir verabschieden uns wie gewohnt mit einer Doppelausgabe unseres Rundbriefes in die Winterpause. Zeit, ein wenig durchzuatmen nach diesem turbulenten Jahr in der Nachhaltigkeitsdebatte. Falls Sie es aber doch nicht lassen können, dann haben wir für ausreichend Lesestoff gesorgt: Aufgrund der Doppelausgabe ist unser aktueller Rundbrief etwas länger als gewohnt. Mit dem nächsten Rundbrief melden wir uns dann im Februar wieder bei Ihnen zurück. Bis dahin halten wir Sie aber gern über unsere Webseite und über Facebook auf dem Laufenden. 

Wir wünschen fröhliche Festtage und angenehme und spannende Lesestunden!

Ihr Zukunftsrats-Team

 


 

In eigener Sache

Hamburger Nichtregierungsorganisationen fordern verstärkte Bemühungen zur Umsetzung der UN Agenda 2030 in Hamburg

Am 11.12.2018 überreichte der Hamburger Ratschlag, ein Zusammenschluss von 15 Hamburger Nichtregierungsorganisationen (darunter der Zukunftrat Hamburg), seine Forderungen zur Umsetzung der Entwicklungsziele der UN-Agenda 2030 an die Senatorin Dr. Melanie Leonhard, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. Der Hamburger Ratschlag fordert, wie mit vielen weiteren Nichtregierungsorganisationen auf dem fünften Hamburger Ratschlag im November erarbeitet, verstärkte Umsetzungsbemühungen für die Hamburger Nachhaltigkeitsagenda in den Bereichen Menschenrechte, Wirtschaft und Arbeitswelt (Entwicklungsziel 8) sowie Ungleichheit beenden, Armut bekämpfen und Geschlechtergerechtigkeit fördern (Entwicklungsziele 10, 5, 1). 

Die vollständigen Forderungen können Sie hier einsehen. 

 


Hamburg

UNESCO zeichnet Nachhaltigkeits-Initiativen der Universität Hamburg aus

Das Kompetenzzentrum Nachhaltige Universität (KNU) der Universität Hamburg und das vom KNU koordinierte Verbundprojekt HOCH-N sind im Kontext des UNESCO-Weltaktionsprogramms „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden. Die Deutsche UNESCO-Kommission vergibt am 28. November 2018 an das KNU und an HOCH-N die Auszeichnung als Netzwerke: Das KNU wurde für das Engagement bei der Implementierung von nachhaltiger Entwicklung an der Universität Hamburg gewürdigt. HOCH-N wurde für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in allen zentralen Strukturen und Handlungsfeldern der Mitglieder-Hochschulen ausgezeichnet.

Das 2011 gegründete KNU hat es sich zur Aufgabe gemacht, zur Entwicklung und Gestaltung der Universität Hamburg als „University for a Sustainable Future“ beizutragen und folgt dabei dem UHH-Leitbild „Innovating und Cooperating for a Sustainable Future“. Es fungiert als akademischer Thinktank, in dem interdisziplinär neue Konzepte und Verfahren zu Fragen der Nachhaltigkeit entwickelt und erprobt werden.

Das vom KNU koordinierte Verbundprojekt HOCH-N hat seit 2016 ein bundesweites Netzwerk von Hochschulen aufgebaut, die sich für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Institutionen einsetzen. Mittlerweile sind mehr als 100 Hochschulen dem Netzwerk beigetreten. HOCH-N wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 5 Millionen Euro gefördert.
Dazu Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Lenzen:

„Seit fast zehn Jahren hat die Universität Hamburg das Thema der Nachhaltigkeit zu ihrem Leitmotiv gemacht. Deswegen freue ich mich besonders, dass das Engagement von KNU und HOCH-N Anerkennung findet. Ich gratuliere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu dieser Auszeichnung!“ Mehr erfahren...

 

Hamburg und Buenos Aires wollen bei nachhaltiger Stadtentwicklung kooperieren

Hamburg und Buenos Aires wollen in mehreren Bereichen eng zusammenarbeiten. Am Rande des „Urban 20 Mayors Summit“ in Buenos Aires unterzeichneten der Hamburger Umweltstaatsrat Michael Pollmann und der Bürgermeister von Argentiniens Hauptstadt, Fernando Rodrigues Larreta, heute eine entsprechende Vereinbarung.

Nachhaltige Stadtentwicklung, umweltfreundliche Energieerzeugung und Konzepte für eine grüne Stadt, das sind einige Schwerpunkte des geplanten Erfahrungsaustausches zum gegenseitigen Nutzen. Außerdem zielt die heute unterzeichnete Vereinbarung auf zukünftige Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kultur in Kunst, Theater und Musik. Nichts zuletzt soll die Kooperation der Hochschulen und der Studierendenaustausch gefördert werden. Mehr erfahren...

 

Wem gehört Hamburg?

Wohnen ist eine der großen sozialen Fragen unserer Zeit geworden, die Politiker und Interessenvertreter auf unterschiedlichste Art zu lösen versuchen. Man kann Mietpreisbremsen einführen, bauen, fördern. Solche Entscheidungen werden derzeit jedoch auf Basis lückenhafter Informationen getroffen: Wir wissen wenig, wem welche Häuser gehören und wie unterschiedliche Eigentümer sich verhalten. 

Deshalb hat das Correctiv-Kollektiv die Bürgerinnnen und Bürger Hamburgs zu einer gemeinsamen offenen Recherche aufgerufen, zusammen mit dem Kooperationspartner Hamburger Abendblatt. Um die 1000 Mieter haben Belege über den Eigentümer ihrer Wohnung im CrowdNewsroom hochgeladen, eine Plattform im Internet, die wir für diese Recherche entwickelt haben. Es waren viele kleine Puzzleteile.

Die Ergebnisse dieser aufwendigen Recherche können in einem Online-Dossier hier eingesehen werden.

 

BUND fordert Stopp aller Ausbauvorhaben am Hamburger Flughafen und personelle Konsequenzen 

Die jetzt bekannt gewordene Ausbauplanung des Hamburger Flughafens ist nach Einschätzung des BUND Hamburg rechtlich nicht haltbar. Über Jahre sei vom Flughafen mit Rückendeckung des Bezirksamts Nord und der Wirtschaftsbehörde (BWVI) ohne Öffentlichkeitsbeteiligung eine massive Ausbauplanung umgesetzt und genehmigt worden. Dies hätte nur mit einen Planfeststellungsverfahren und entsprechender Öffentlichkeitsbeteiligung geschehen dürfen. Der BUND fordert daher, alle Ausbauvorhaben sofort zu stoppen. 

„Acht bis zehn Millionen Passagiere mehr bedeuten auch bis zu 80.000–100.000 Flugbewegungen mehr. Die völlig überholte Planfeststellung aus 1998 deckt diesen Ausbau nicht ab. Trotzdem wurde munter weitergemacht. Der BUND fordert deshalb, dass Herr Eggenschwiler als Vorsitzender der Geschäftsführung des Flughafens abberufen wird“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg. 

Unabhängig von den über die Medien bekannt gewordenen Ausbauzahlen kommt eine Stellungnahme der FDC Airport Consulting aus Offenbach zu der Einschätzung, dass derzeit zusätzliche Kapazitäten am Hamburger Flughafen für bis zu 10 Mio. Passagiere und 100.000 Flugbewegungen geschaffen werden. Entsprechend ergeben sich dann perspektivisch Gesamtkapazitäten von 27 Mio. Passagieren und ca. 260.000 Flugbewegungen pro Jahr. Mehr erfahren...
 


Über den Tellerrand

Klimaschutz für "Gelbwesten"                                        

Die Krawalle in Frankreich richten sich zwar an der Oberfläche gegen Klimaschutz, eigentlich geht es aber um soziale Gerechtigkeit. Die vorerst abgesagte Anhebung der Ökosteuer auf Diesel und Benzin hätte arme Menschen viel härter getroffen als reiche. Es gibt bessere Wege, den Planeten zu retten, meint der Sozialwissenschaftler Michael Kopatz in einem Gastbeitrag für klimareporter.de. Mehr erfahren...

 
Weshalb die Atomenergie das Klima retten soll

Auf der ganzen Welt formiert sich seit einigen Monaten eine ganz neue Gruppe von Umweltaktivisten. Sie gehören der „Nuclear Pride“ Bewegung an. Der Name ist dabei ganz bewusst an die „Gay Pride“-Bewegung von Schwulen und Lesben angelehnt. Dadurch wolle man zeigen, dass ein öffentliches Bekenntnis zur Atomkraft heutzutage in der Gesellschaft als Tabu angesehen und stigmatisiert werde, so Michael Shellenberg, Initiator der Bewegung und Präsident des Instituts „Environmental Progress“. Mehr erfahren...

 

Eine Tonne CO2 verursacht Schäden von 180 Euro  

Zu viele Treibhausgase, Luftschadstoffe und andere Umweltbelastungen schädigen Gesundheit, zerstören Ökosysteme und lassen Tiere und Pflanzen aussterben. Zudem führen sie zu wirtschaftlichen Einbußen durch z. B. Produktionsausfälle, Ernteverluste oder Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Für viele dieser Schäden gibt es etablierte wissenschaftliche Methoden, um sie in Geldwerten auszudrücken. Das Umweltbundesamt (UBA) hat in der gerade veröffentlichten Methodenkonvention 3.0 seine Empfehlungen zur Ermittlung solcher Schäden aktualisiert und die Kosten durch Umweltbelastungen neu berechnet. Danach verursacht zum Beispiel die Emission einer Tonne Kohlendioxid (CO2) Schäden von rund 180 Euro. Umgerechnet auf die Treibhausgasemissionen Deutschlands 2016 entspricht dies Gesamtkosten von rund 164 Mrd. Euro. Mehr erfahren...

 
Ernährungsdemokratie jetzt! - Die wichtigsten Punkte aus der "Frankfurter Erklärung"

Es war das bisher größte Netzwerktreffen für Ernährungsräte in Deutschland: Mehr als 150 Vertreter von Ernährungsräten aus Deutschland, Österreich, Luxemburg, der Schweiz und den Niederlanden kamen nach Frankfurt, um sich über „Wege zur Ernährungsdemokratie“ auszutauschen. Ernährungsräte sind Zusammenschlüsse von Bürgern, Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen. In Deutschland gibt es laut Informationen des Vereins Bürger für eine regionale Landwirtschaft über 40 Initiative, die bereits bestehen oder gerade gegründet werden.

In ihrer "Frankfurter Erklärung für gute Ernährung und Produktion" mit dem Titel "Ernährungsdemokratie jetzt!" halten sie fest: Die Art und Weise wie Lebensmittel produziert, konsumiert und wertgeschätzt werden, muss sich radikal ändern.

Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Alle Menschen sollen Zugang zu gutem und gesunden Essen bekommen.
  • Wir brauchen transparente Preise, die Umweltschäden durch Produktion mit einbeziehen.
  • Verbraucher sind nicht allein verantwortlich, das heißt wir brauchen neue politische Rahmenbedingungen, zum Beispiel     Subventionierung nach öko-sozialen Kriterien und nicht nach Fläche.

Die "Frankfurter Erklärung" soll als Leitlinie für die Arbeit der Ernährungsräte dienen. Die vollständige Erklärung können Sie hier lesen

 

RENN Jahrestagung: Nachhaltige Entwicklung passiert jetzt

Allerorten in Deutschland machen Leute vor, wie nachhaltige Entwicklung in der Gesellschaft aussehen kann. Mitte November kamen knapp 200 von ihnen in Berlin bei der Jahrestagung der Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien, RENN, zusammen. Entscheidende Frage: Was ermutigt Bürgerinnen und Bürger, dran zu bleiben, sich zu engagieren – damit, so nannte es Sabine Gerhardt, die in der Geschäftsstelle des Rates für Nachhaltige Entwicklung das RENN-Projekt betreut, „eine richtige Bewegung“ entsteht. Inspirierende Beispiele, ernüchternde und beflügelnde Erfahrungen sowie Strategien für einen noch breiteren gesellschaftlichen Wandel prägten das Treffen in Berlin. Einer der Höhepunkt war die Auszeichnung der vier „Transformationsprojekte 2018“ aus dem diesjährigen Wettbewerb „Projekt Nachhaltigkeit 2018“. 

Einen ausführlicheren Bericht sowie weiterführende Informationen finden Sie hier.

 


Publikationen und Studien

Verbraucher wünschen sich mehr nachhaltige Produkte

Für 71 Prozent der Verbraucher ist die soziale Verantwortung von Unternehmen ein wichtiges Thema, unabhängig von der Branche. Dies ergab der neue CSR-KOMPASS des Marktforschungsunternehmens KESSLER!, für den Konsumenten zum Thema Nachhaltigkeit in der Süßwarenbranche befragt wurden. Fragt man die Bundesbürger nach ihrer Kenntnis des Begriffs CSR (Corporate Social Responsibility), so können nur 41 % auf die Frage „Was sagt Ihnen dieser Begriff“ eine konkrete Antwort geben. Im Rahmen des CSR-KOMPASS wurde auch erforscht, wie sehr sich bestimmte CSR-Maßnahmen dazu eignen, das Unternehmensimage positiv zu beeinflussen. 12 der 13 abgefragten Maßnahmen-Kategorien haben dabei eine ähnlich große Bedeutung, das heißt, es gibt keine „Stellvertretermaßnahmen“, die für sich genommen ausreichen würden, um das Nachhaltigkeitsimage eines Unternehmens maßgeblich positiv zu beeinflussen. Beim Thema CSR zählt also eine Ausrichtung des unternehmerischen Handelns nach wirtschaftsethischen Gesichtspunkten auf der ganzen Breite. Hinsichtlich der Glaubwürdigkeit von CSR-Maßnahmen der Hersteller von Schokoladenprodukten gibt es allerdings deutliche Vorbehalte: Die Anzahl der „Zweifler“, die die Maßnahmen als „eher nicht“ oder „gar nicht“ glaubwürdig erachten, variiert je nach Maßnahme zwischen 29 % und 44 %. Mehr erfahren...

 
Aktualisierung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie

Um weltweit eine angemessene Ernährung der Menschen zu sichern, will die Bundesregierung mehr für die Unterstützung guter Regierungsführung tun. Den Ausbau des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent der Anbaufläche will sie nun bis 2030 erreichen. Und bis 2025 sollen die privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf mindestens 3,5 Prozent des BIP steigen. Das hat das Bundeskabinett zusammen mit weiteren Aktualisierungen der Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Mehr erfahren...

 

Institut für Verkehrsplanung und Logistik der TU Hamburg veröffentlicht Jahresbericht

Die Technische Universität Hamburg feierte im September 2018 ihr 40-jähriges Jubiläum, das darin angesiedelte Institiut  für Verkehrsplanung und Logistik seinen 20. Geburtstag. In ihrem aktuellen Jahresbericht für das Jahr 2017 gibt das Institut einen Überblick über abgeschlossene Arbeiten sowie laufende und zukünftige Projekte. Herauszuheben ist unter anderem die Zusage zur wissenschaftlichen Begleitung beim Aufbau eines Testzentrums für automatisiert verkehrende Busse durch die TU Hamburg. Die Mittel des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur ermöglichen in diesem Rahmen die Beschaffung von 2 automatisierten Kleinbussen für den Testbetrieb auf einem anspruchsvollen Rundkurs in der Stadt Lauenburg/Elbe, der 2019 beginnt. Zum Abschluss gekommen ist im Jahr 2017 unter anderem das Projekt "Hamburg – Wirtschaft am Strom", das zahlreiche Erkenntnisse über den Einsatz von Elektrofahrzeugen in Unternehmen geliefert hat. Frei geschaltet wurde zudem das Erreich- barkeitsportal der Metropolregion Hamburg, das als Planungstool große Aufmerksamkeit erfährt.

Weitere Informationen und Einblicke in die Arbeit des Instituts erhalten Sie in dem vollständigen Bericht, den Sie in elektronischer Form hier einsehen können

 

Nachhaltigkeit an Hochschulen: Leitfäden liegen vor

Die elf HOCH-N-Verbundhochschulen, darunter auch die Universität Hamburg, haben die Zwischenergebnisse der ersten Projektphase in den Handlungsfeldern Berichterstattung, Governance, Lehre, Forschung, Betrieb und Transfer in Form von sechs anwendungsbezogenen Leitfäden zusammen getragen.

Ziel ist es, möglichst vielen Hochschulen einen niedrigschwelligen Einstieg in die verschiedenen Facetten nachhaltiger Hochschulentwicklung zu erleichtern und darüber den weiteren Austausch im Gesamtnetzwerk von HOCHN zu befördern. Die Leitfäden liegen als vorläufige Betaversionen vor und stehen unter nachfolgendem Link als Download zur Verfügung.

In der vom BMBF geförderten Fortführungsphase von HOCHN (11/2018 bis 10/2020) werden die Leitfäden getestet, Nachhaltigkeitsmaßnahmen in den eigenen Hochschulen vorangetrieben, weitere Praxisbeispiele gesammelt und im Anschluss zu einem Gesamtergebnis, das die Querschnittsbereiche und Schnittstellen berücksichtigt, zusammen geführt.
Hochschulen, die sich an der Erprobungsphase der Leitfäden beteiligen möchten, sind hierzu herzlich eingeladen. Bitte kontaktieren Sie dafür die jeweils in den Handlungsfeldern unter „Kontakt“ benannten Personen. Mehr erfahren...
    

Bericht zur Lage der Menschenrechte in Deutschland

Zum dritten Mal stellt das Deutsche Institut für Menschenrechte seinen jährlichen Bericht über die Entwicklung der Menschenrechtssituation in Deutschland vor. Das Menschenrechtsinstitut hat die Situation von Migranten und Migrantinnen untersucht, die von ihren Arbeitgebern ausgebeutet wurden. Interviews mit Betroffenen aus EU-Ländern und Drittstaaten wie Pakistan, Palästina, Syrien, Argentinien, Ecuador oder Peru machen deutlich: Viele erhalten weit weniger als den Mindestlohn, oder der Lohn wird ihnen gänzlich vorenthalten. Zudem führen Arbeitgeber häufig keine Sozialabgaben ab. Unbezahlte Überstunden sind an der Tagesordnung, oft sind die Beschäftigten mit Drohungen und Gewalt konfrontiert.

Der Bericht thematisiert außerdem Zwang in der allgemeinen Psychiatrie für Erwachsene. Maßnahmen wie die Unterbringung in Einrichtungen, zwangsweise Fesselung ans Bett oder Sedierung durch Medikamente seien massive Eingriffe in die körperliche und seelische Unversehrtheit sowie die Selbstbestimmung von Menschen mit psycho-sozialen Behinderungen. Die Grund- und Menschenrechte geböten es, die Anwendung von Zwang in der gesundheitlichen Versorgung zu vermeiden und auf andere Formen der Hilfe und Unterstützung zu setzen. 

Das Menschenrechtsinstitut hat sich zudem mit dem Thema Rüstungsexportkontrolle beschäftigt. Kritisiert wird vor allem der Handel mit Saudi Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Das Menschenrechtsinstitut spricht sich für ein Rüstungsexportgesetz aus, das die völkerrechtlichen- und menschenrechtlichen Genehmigungskriterien gesetzlich verankert. Damit verbundene Reformen sollten auch das Unterlaufen der deutschen Genehmigungsstandards durch Tochterunternehmen im Ausland verhindern. Mehr erfahren...
 
 

Die leeren Versprechen der Schokoladenkonzerne

Für Kakaoplantagen werden jedes Jahr riesige Teile des Regenwaldes gerodet. 2017 gelobten die weltgrößten Schokohersteller und Anbauländer, den Raubbau zu stoppen. Passiert ist seitdem wenig. 

Besonders aktiv dagegen ist die kleine US-Organisation Mighty Earth, die Rechercheteams in Länder schickt, in denen seit Jahren große Waldflächen gerodet werden. Die Experten dokumentierten, wie im südamerikanischen Gran Chaco gigantische Flächen für den Anbau von Sojapflanzen niedergebrannt und eingeebnet werden. In Kambodscha, Vietnam und Liberia verfolgten sie die Abholzung für Kautschukplantagen, deren Ernte von Reifenkonzernen weltweit aufgekauft wird. In der Elfenbeinküste und Ghana recherchierten sie den fortschreitenden Verlust von Waldgebieten für den Anbau von Kakao. Kakao, der in Form von Schokolade auch in deutschen Supermärkten landet - gerade jetzt in der Weihnachtszeit. Mehr erfahren...

Quelle: Spiegel.de

 


Internet Tipps

Die Glorreichen Siebzehn

DIe Bundesregierung hat eine neue Webseite veröffentlicht, auf denen die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele, oder Sustainable Development Goals (SDGs) anschaulich als Cartoon-Charaktere dargestellt werden. Dahinter verbergen sich Informationen zu den einzelnen Zielen sowie die Maßnahmen der Bundesregierung, um diese Ziele zu erreichen. Sie erreichen die gloreichen 17 unter folgendem Link: www.dieglorreichen17.de

 

zum Thema:

Nachhaltige Entwicklung in Deutschland - Indikatorenbericht 2018

Das Statistische Bundesamt berichtete bereits seit 2006 in zweijährlichen Indikatorenberichten objektiv über die Entwicklung der Indikatoren der bisherigen nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. 
Auch zu der jetzt vorliegenden aktualisierten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist das Statistische Bundesamt von der Bundesregierung damit beauftragt worden, regelmäßig die Indikatoren fachlich unabhängig darzustellen und über deren Entwicklung objektiv zu berichten. Mit dem jetzt vorliegenden Indikatorenbericht 2018 legt das Statistische Bundesamt seinen siebten Bericht zur Entwicklung der Indikatoren der deutschen Nachhaltigkeitstrategie vor. Er lässt sich hier einsehen und herunterladen.

 


Termine

Gemeinsam Hamburg bewegen. Weniger Gefährliche Chemikalien in unserem Lebensalltag

Dienstag, den 15.01.2019, ab 18 Uhr (Anmeldung) im Haus der Zukunft, Osterstraße 58, 20259 Hamburg

Der Verein Baltic Environmental Forum (BEF e.V.), der in Projekten zu den Themen wie z.B. Ostseeschutz, Energie & Klimawandel, Verbraucherschutz und Chemikalienpolitik arbeitet, lädt zu einem gemeinsamen Treffen ein. Schwerpunkt des Abends soll dem Projekt „NonHazCity - Innovative Lösungen zur Reduzierung der Emissionen gefährlicher Stoffe aus kleinen Quellen im städtischen Alltag“ gewidmet werden. Das Projekt identifizierte Quellen gefährlicher Chemikalien in Privathaushalten, Kommunen und Unternehmen, und versuchte zielgruppengerechte Lösungen zu erarbeiten. So wurden die unterschiedlichsten Haushalts-, Büro- oder Baumaterialien auf schädliche Stoffe untersucht, über 50 Privathaushalte persönlich besucht und vor Ort beraten, Seminare und Messen bestritten sowie Schulen und Unternehmen besucht und aufgeklärt. Denn gefährliche Chemikalien lassen sich fast überall im Alltag finden und können die Gesundheit und Umwelt gefährden. 

An diesem Abend sollen die Ergebnisse und Erfolge des Projekts rekapituliert werden. Zusätzlich soll diskutiert werden, ob und wie andere Akteure Hamburgs bereit sind mit BEF e.V. zusammenzuarbeiten, Synergien herstellen, Netzwerke aufbauen.
Beiträge von TeilnehmerInnen (vorherige Anmeldung) sind willkommen und können sowohl kleine Präsentationen, als auch spontane Beteiligung umfassen. Die Anmeldung werden an Fee Widderich (fee.widderich(at)bef-de.org) gerichtet. 
Weitere Informationen zum BEF e.V. oder dem Projekt finden Sie hier.