Lesung und Gespräch mit Ingo Dach­witz über Digi­ta­len Kolonialismus

Lesung und Gespräch mit Ingo Dach­witz über Digi­ta­len Kolonialismus

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KI erscheint oft als eine Welt aus Algo­rith­men und Daten. Doch damit KI funk­tio­niert, braucht sie Roh­stof­fe, Ener­gie, Rechen­zen­tren und Mil­lio­nen Men­schen, deren Arbeit meist unsicht­bar bleibt.

Jour­na­list und Autor Ingo Dach­witz wirft in sei­nem aktu­el­len Buch „Digi­ta­ler Kolo­nia­lis­mus“ einen Blick auf genau die­se ver­bor­ge­ne Sei­te der Digi­ta­li­sie­rung. Dar­in zeigt er, wie weni­ge gro­ße Tech­no­lo­gie­un­ter­neh­men welt­weit neue Abhän­gig­kei­ten schaf­fen und war­um vie­le Men­schen im Glo­ba­len Süden den Preis für unse­ren digi­ta­len Kom­fort zah­len. Sei­ne The­se: Vie­le Mecha­nis­men der digi­ta­len Wirt­schaft erin­nern an his­to­ri­sche For­men kolo­nia­ler Aus­beu­tung. Dach­witz zieht dabei Par­al­le­len zwi­schen der Geschich­te des Kolo­nia­lis­mus und heu­ti­gen glo­ba­len Lie­fer­ket­ten, Daten­strö­men und Arbeits­ver­hält­nis­sen: Statt phy­si­sches Land ein­zu­neh­men, erobern die heu­ti­gen Kolo­ni­al­her­ren den digi­ta­len Raum. Statt nach Gold und Dia­man­ten las­sen sie unter men­schen­un­wür­di­gen Bedin­gun­gen nach Roh­stof­fen gra­ben, die wir für unse­re Smart­phones benö­ti­gen. Statt Skla­ven beschäf­ti­gen sie Hee­re von Klickarbeiter*innen, die zu Nied­rig­löh­nen in digi­ta­len Sweat­shops arbei­ten, um sozia­le Netz­wer­ke zu säu­bern oder ver­meint­lich Künst­li­che Intel­li­genz am Lau­fen zu halten. 

Im Gespräch nach der Lesung wol­len wir gemein­sam der Fra­ge nach­ge­hen, was die­se Ent­wick­lun­gen mit unse­rem All­tag zu tun haben, wel­che Rol­le KI dabei spielt und wie eine gerech­te­re und demo­kra­ti­sche­re Digi­ta­li­sie­rung aus­se­hen könnte. 

Im 5. Teil unse­rer Rei­he geht es weni­ger um die poli­ti­schen Ideo­lo­gien hin­ter dem KI-Boom als um ihre mate­ri­el­len Grund­la­gen: Wer stellt die Infra­struk­tur bereit, wer pro­fi­tiert von ihr – und wer trägt die Kosten?

Um Anmel­dung wird gebeten

Refe­rent: Ingo Dach­witz ist Jour­na­list, Autor, arbei­tet für Netz​po​li​tik​.org und beschäf­tigt sich seit vie­len Jah­ren mit den gesell­schaft­li­chen Fol­gen der Digi­ta­li­sie­rung, der Platt­form­öko­no­mie und dem Umgang mit Daten. Sein Buch „Digi­ta­ler Kolo­nia­lis­mus“ wur­de 2025 als Wis­sens­buch des Jah­res ausgezeichnet.

Mode­ra­ti­on: Bar­ba­ra Jung, AKTIVOLI-FreiwilligenAkademie

Ort: Beta­haus Café in der Eiff­ler­stra­ße 43, 22769 Hamburg

Ziel­grup­pe: Die Ver­an­stal­tung rich­tet sich an alle, die bes­ser ver­ste­hen möch­ten, wer von der Digi­ta­li­sie­rung pro­fi­tiert, wel­che glo­ba­len Fol­gen sie hat und wie KI mit Fra­gen von Macht, Arbeit und Gerech­tig­keit zusammenhängt.

Eine Koope­ra­ti­on der Hein­rich-Böll-Stif­tung Ham­burg mit der AKTI­VO­LI-Frei­wil­li­gen­Aka­de­mie und dem beta­haus Hamburg.

Die Frei­wil­li­gen­Aka­de­mie ist ein Pro­jekt des AKTI­VO­LI-Lan­des­netz­werks Ham­burg e.V.. Sie hat das Ziel Frei­wil­li­gen in und um Ham­burg einen guten Über­blick über Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te zu bie­ten und frei­wil­li­ges Enga­ge­ment zu fördern..

Geför­dert von der Lan­des­zen­tra­le für poli­ti­sche Bil­dung Hamburg