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18. November 2016
 
 

Liebe Rundbrief-Leserinnen und Leser,

der Winter hat Einzug erhalten – und mit ihm scheint das politische Klima weltweit direkt etwas kälter geworden zu sein. An manchem Tag erscheint einem die Welt gar ganz anders als am Tag zuvor. Doch die nachhaltige Entwicklung hängt nicht nur an wichtigen Persönlichkeiten oder großen Konferenzen, sondern wird von vielen Akteuren weltweit vorangetrieben. Ein kleines, motivierendes Zeugnis davon ist wieder einmal die aktuelle Ausgabe unseres Rundbriefes – voll mit Informationen, Veranstaltungshinweisen und Neuigkeiten rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Wir wünschen angenehme und spannende Lesestunden!

Ihr Zukunftsrat-Team

 
 

Nachlese

57. Ratstreffen und 6. Hamburger Wärmedialog

Am 08.11. fand als 57. Ratstreffen der 6. Hamburger Wärmedialog statt, in dessen Fokus die mögliche Abwärmenutzung des Kupferproduzenten Aurubis AG stand. Hier finden Sie die Nachlese zur Veranstaltung.

Öffentlichkeitsarbeit zu den UN Nachhaltigkeitszielen - Ein innovativer Ansatz!

Durch die Verabschiedung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen im November 2015 hat das Fördern von Nachhaltigkeit neue Fahrt aufgenommen. Auch die Stadt Hamburg wird in den kommenden Monaten gemeinsam mit der Zivilgesellschaft diskutieren, wie die Sustainable Development Goals (SDGs) in Hamburg umgesetzt werden können.
Eine wichtige Frage dabei ist, wie man die SDGs und ihre Relevanz für uns einer breiten Öffentlichkeit vermitteln kann. Die 17 SDGs umfassen fast alle Politikbereiche und sind in 169 Unterziele aufgeteilt. Da verliert man schnell die Übersicht.

Um die Kommunikation zu den SDGs und das Monitoring ihrer Umsetzung zu erleichtern hat die Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF) das Projekt 2030Watch ins Leben gerufen. Kernstück des Projektes ist eine Webseite, die mehr als 60 Indikatoren für die SDG Umsetzung in Deutschland übersichtlich darstellt und mit anderen Industrieländern vergleicht. Dabei wird jeder Indikator als ein Quadrat dargestellt und auf der Basis einer Farbskala danach bewertet, ob Deutschland bei diesem Indikator sehr gut, gut, mittel, schlecht oder sehr schlecht da steht. Bei der Auswahl der Indikatoren greift die OKF auf offizielle Indikatoren der Vereinten Nationen zurück, aber auch auf komplementäre Indikatoren, die von zivilgesellschaftlicher Seite vorgeschlagen wurden. Das Projekt ist noch ein Prototyp und wird in den kommenden Monaten weiter entwickelt. Ab 2017 wird 2030Watch auch in vier deutschen Städten pilotiert, um die SDGs näher an die lokale Ebene zu tragen. Webseite: www.2030-watch.de  Kontakt: Claudia Schwegmann, claudia.schwegmann@okfn.org


Hamburg

Kampf um die Umsetzung des Fernwärme-Entscheids

Nicht nur auf dem 6. Hamburger Wärmedialog wurde das Thema Fern- und Abwärmenutzung diskutiert, denn das Ringen um die Fernwärmeversorgung geht in die kritische Phase. Eigentlich wollte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) schon im Oktober seinen Vorschlag dazu präsentieren. Die Frage ist, wie klimaschonend und sozial die Fernwärmeversorgung in Zukunft aussehen wird. Kritiker befürchten, dass durch die Hintertür Wärme aus dem Kohlekraftwerk Moorburg ins Netz gespeist werden könnte, während auf naheliegende CO2-arme Alternativen verzichtet wird. 2013 hatten die HamburgerInnen in einem Volksentscheid dafür gestimmt, die Energieversorgungsnetze wieder in städtische Hand zu bringen. Mehr erfahren…

Ebenfalls zum Thema: Ein Kurzfilm des World Future Council dokumentiert die Ereignisse des vollständigen Rückkaufs der Energienetze in Hamburg. Der Film ist hier abrufbar.

Hamburger Integrationskonzept wird weiterentwickelt

Das Hamburger Integrationskonzept von 2013 wird weiterentwickelt. Die „Erstintegration“ von Geflüchteten in den ersten drei Jahren nach ihrer Ankunft wird neu in das Konzept aufgenommen. Wie seine Vorgänger wird das neue Konzept zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie gesellschaftlichen Akteuren entstehen. Dazu wurde ein reiter Beteiligungsprozess gestartet – online und offline. Anregungen können bequem über eine Online-Umfrage eingereicht werden. Auf dieser Internetseite kann jede und jeder ab sofort Anregungen für die Weiterentwicklung des bestehenden Integrationskonzeptes einreichen. Die Umfrage ist sechs Wochen lang (bis Mitte Dezember 2016) online und steht auch in englischer Sprache zur Verfügung. Alle Anregungen werden anschließend ausgewertet und fließen in die Erarbeitung des neuen Konzepts ein.


Viele Lebensmittel sind vom Klimawandel bedroht – und die Agrarindustrie hat keine Lösung für dieses Problem

Wenn Bayer demnächst Monsanto kauft, wird der Gentechnik-Riese den weltweiten Nahrungsmarkt dominieren. Doch Saatgut, das dem Klimawandel trotzt, haben die beiden Konzerne bisher nicht im Angebot. Dabei rechnen Klimaforscher damit, dass die globale Erwärmung 10 bis 50 Prozent der jährlichen Ernte bedroht. Es spricht viel dafür, dass mit dem Klimawandel die Züchtung durch Selektion, wie seit Jahrtausenden bekannt, wieder wichtiger wird. So gezüchtete Sorten seien widerstandsfähiger als solche, die rein auf Ertrag getrimmt sind. Mehr erfahren…

Den Wandel studieren – M.A. Transformationsstudien

Der M.A. Transformationsstudien wurde am Norbert Elias Center der Europa-Universität Flensburg gemeinsam mit zahlreichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen entwickelt. Entstanden ist ein inter- und trans-disziplinäres Studienprogramm, in dessen Zentrum historische und zeitgenössische Ursachen und Folgen von sozial-ökologischen Problemkonstellationen wie Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt oder Umweltverschmutzung stehen. Im Studienprogramm werden die Möglichkeiten und Grenzen gesellschaftlicher Transformation unter dem Leitbild der Nachhaltigkeit analysiert und reflektiert. Bewerbungsstart ist der 15.5. 2017. Weitere Informationen...

Mit Austern gegen Flutwellen  

New York schützt sich mit unkonventionellen Ideen vor dem Klimawandel. So sollen Austernbänke auf 50.000 Toiletten auf dem Meeresgrund vor der US-Metropole ansiedeln. Sie sollen sich zu Gebilden gleich Riffen formen, als Wellenbrecher fungieren und damit vor Wirbelstürmen schützen. Mehr erfahren...


Publikationen und Studien

Gewaltsamer Klimawandel

Erst die Dürre, später der Krieg: Eine neue Studie skandinavischer Forscher konkretisiert den Zusammenhang zwischen Klimawandel und wachsendem Gewaltpotenzial. Eine entscheidende Rolle spielt die ökonomische Abhängigkeit von landwirtschaftlichen Erträgen. Denn die Zunahme von Trockenheit und Dürreperioden könnte über Hungerkatastrophen zu Bürgerkriegen und gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Gruppen beitragen. Mehr erfahren…

Hemmungslos in alle Welt

Eine neue Studie untersucht erstmals die Munitionsexporte des
größten Rüstungskonzerns in Deutschland, der Rheinmetall AG. Die Analyse zeigt, dass
der in Düsseldorf beheimatete Konzern in großem Umfang Munition und
Munitionsfabriken in Kriegs- und Krisengebiete sowie an autoritäre Staaten liefert, die
systematisch die Menschenrechte verletzen. Beispiele sind Saudi-Arabien, die
Vereinigten Arabischen Emirate oder Bahrain. Diese Exporte haben Rheinmetall zu
einem der wichtigsten Player auf dem Munitionsmarkt gemacht.
Ein weiteres zentrales Ergebnis: Die Rheinmetall AG hat sich durch Tochter- und
Gemeinschaftsunternehmen, die im Ausland fertigen, umfassende Möglichkeiten
geschaffen, Exportbeschränkungen zu umgehen. Die Studie wurde herausgegeben vom Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit (BITS) und ist hier online abrufbar.

 

Plastik steckt in jedem fünften Lippenstift

Mikroplastik: Als billiges Füllmittel steckt es in Kosmetikprodukten und gelangt so mit unserem Abwasser in Meere und Flüsse. Fische verwechseln es hier mit Nahrung und letztlich landet es wieder beim Menschen auf dem Teller – und das mit ungewissen gesundheitlichen Folgen. Was tun Hersteller um diesen Kreislauf zu unterbrechen? Leider zu wenig, wie die Mikroplastik-Studie von Codecheck in Kooperation mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zeigt. Mehr erfahren...

Ökolandbau im Aufwind: EU-Anbaufläche seit 2010 verfünffacht

Die Ökofläche in den EU-Mitgliedstaaten ist in den letzten fünf Jahren um 21,1 Prozent gewachsen: Zwischen 2010 und 2015 stieg die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche laut einer aktuellen Auswertung der EU-Statistikbehörde Eurostat von rund 9,2 auf 11,1 Millionen Hektar an. Damit sind 6,2 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche für den Ökolandbau zertifiziert oder befinden sich gerade in der Umstellung. Auch die Zahl der Erzeuger befindet sich im Aufwind. Mehr erfahren…

Erste repräsentative Befragung von seit 2013 eingereisten Geflüchteten

Die seit 2013 eingereisten Geflüchteten zeigen eine hohe Bildungsorientierung. Es gibt viele gemeinsame Wertvorstellungen bei Geflüchteten und Deutschen. Die häufigsten Fluchtursachen sind Angst vor gewaltsamen Konflikten und Krieg. Das sind zentrale Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von mehr als 2300 geflüchteten Menschen über 18 Jahren, die gemeinsam vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durchgeführt wurde. Sie ist hier online abrufbar.


Buch-Tipp

Das Lexikon der alten Gemüsesorten

Marianna Serena, Michael Suanjak, Beat Brechbühl, Franca Pedrazzetti
Ein Standartwerk, das neue Maßstäbe setzt. Kennen Sie Safier Kartoffeln, die Tomate Rheinlands Ruhm, den Maikönig, deutsche Riesentrauben oder die Znaimer Gurke? Diese und viele andere Gemüsesorten waren einst bei uns in Mitteleuropa verbreitet, sind heute aber in Vergessenheit geraten. Viele von ihnen lohnt es, für den Garten und die Küche wiederzuentdecken. Über 800 Gemüsesorten werden in fundierten Porträts vorgestellt. Es wird berichtet, woher die Gemüsesorten kommen und wie alt sie sind, wo sie angebaut wurden, wer sie entwickelt und gepflegt hat. Hinzu kommen Porträts von Menschen, die heute mit festen Raritäten arbeiten. Bei jeder Gemüsesorte ist eine Bezugsquelle angegeben. Die vorgestellten Sorten eignen sich für jeden Hausgarten, für den Anbau auf dem Balkon und in Töpfen. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle Hobbygärtnerinnen und engagierten Gemüseköche.

At Verlag, Arau, Schweiz 2014
ISBN-978-3-03800-620-6
672 Seiten,  1044 farbige Abbildungen.
Preis: 69,90€


Internet-Tipps

Videomitschnitt: Michael Kopatz über sein Buch "Ökoroutine"

Der komplette Video-Mitschnitt der Buchvorstellung am 04.10. sowie der anschließenden Diskussion auf dem Podium steht auf der Heinrich-Böll-Webseite bereit.

Jetzt retten wir die Welt!

Lebensratgeber für persönliche Belange gibt es unzählige, sei es zu gesundheitlichen oder spirituellen, ernährungsbezogenen oder unternehmerischen Themen. Das Buch "Und jetzt retten wir die Welt!" (Link zum Buch) möchte umfassender ansetzen und gibt Tipps an die Hand, wie jedeR einzelne sich für eine nachhaltigere und ökologisch lebenswertere Gesellschaft einsetzen kann. Die AutorInnen des Buches Ilona Koglin und Marek Rohde möchten nicht nur aufzeigen, wie sich Nachhaltigkeit mit spielerischer Leichtigkeit in den Alltag integrieren lässt, sondern auch ermutigen, selbst aktiv  zu werden. Das dazugehörige Online-Portal möchte Idealist*innen und Querdenker*innen zusammenbringen, die Dinge hinterfragen und konkrete Anleitungen für ein bewussteres, sozialeres und ökologischeres Leben suchen und teilen wollen. Mit spannenden Gespräche, vielen Aktionen und einer geneinsamen Expedition in den Alltag startet ab dem 1. Dezember diese kollektive Initiative. Dabei sein unter: www.jetztrettenwirdiewelt.de.


Petition

People4Soil

Diese Woche fiel in Berlin der Startschuss für eine EU-weite Initiative zum besseren Schutz unserer Böden. Mit der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) People4Soil (P4S) wollen Umwelt- und Verbraucherschützer innerhalb eines Jahres mehr als eine Million Unterschriften sammeln, um so die EU-Kommission zu einem besseren Schutz der Böden zu verpflichten. Ziel ist es, erstmals ein EU-weit einheitliches Bodenschutzgesetz zu erreichen.
Böden sind eine unserer wichtigsten Ressourcen. Doch sie sind zunehmendem Druck und immer größeren Belastungen ausgesetzt. Mit der Kampagne soll die Bedeutung der Böden stärker in das Bewusstsein gerückt und sie durch eine EU-weite Gesetzgebung langfristig geschützt werden. Hier können Sie sich informieren und unterschreiben.


Wettbewerbe und Ausschreibungen

2. Hamburger Zukunftspreis

Bis zum 31.03.2017 können sich Jugendliche und junge Erwachsene bis 35 Jahren aus dem Raum Hamburg für den Hamburger Zukunftspreis bewerben Der Zukunftspreis fördert Projektideen und Vorschläge, die zu Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit der Gesellschaft beitragen – im Sinne der UN-Konferenz für Entwicklung in Rio de Janeiro (1992) sowie des Weltgipfels von Johannesburg 2002 -  und ist mit insgesamt 5.000 Euro für die fünf erstplatzierten Vorschläge dotiert. Das Preisgeld wird von der Effenberger Brot für die Zukunft Stiftung zur Verfügung gestellt.

Mehr über die Kriterien für die Auswahl und den Bewerbungsbogen finden Sie hier.


Termine

Wärme Strom und gesellschaftliche Energien

Dienstag, den 6.12.2016  ab 17.30 Uhr, ELBCAMPUS in Hamburg-Harburg
Das zweite ZEWU-Fachgespräch hat die Umsetzung der Energiewende in Norddeutschland zum Thema. Unter dem Signum „Wärme, Strom und gesellschaftliche Energien“ wird mit Fachleuten aus Wirtschaft und Verwaltung diskutiert, was auf dem Weg zu einer weitergehenden Integration der Erneuerbaren Energien bereits erreicht wurde und wo die wichtigsten Gegenwartsherausforderungen liegen.

Zur Einstimmung wird der Umwelthistoriker Joachim Radkau einige überraschende Thesen zu den Energiewenden der letzten 45 Jahre präsentieren. Als Beispiel für die Einbeziehung neuer gesellschaftlicher Energien stellt Ihnen das ZEWU das neue, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützte Flüchtlingsprojekt „Zukunftsperspektive Umwelthandwerker“ vor. Zum Ausklang freuen wir uns auf ein gemeinsames vegetarisches Buffet mit Ihnen.
 
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung (bis spätestens 29.11.) wird gebeten. Mehr Informationen...

 

 
Alle weiteren Termine finden Sie auf unserer Webseite.

 
 
 

Impressum

 
   
  Vertretungsberechtigter Vorstand: Dirk Grah, Margit Bonacker, Knut Möller, Rolf de Vries
Registergericht: Amtsgericht Hamburg
Registernummer: VR 15535
ISSN 1614-9122

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