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Donnerstag, 19. Oktober 2017
 

Nachhaltige Stadtentwicklung

Für eine Nachhaltigkeitsstrategie für die Stadt Hamburg

Zwar hat Hamburg 1996 wie viele andere europäischen Städte die Charta von Aalborg unterzeichnet und sich damit zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung freiwillig verpflichtet. Leider ist das bis heute nicht in eine Nachhaltigkeitsstrategie gemündet, wie sie andere europäische und deutsche Städte durchaus vorzuweisen haben. Der Zukunftrat fordert daher: "Nachhaltigkeit muss Chefsache werden!", das bedeutet: Eine Nachhaltigkeitsstrategie muss kommen und Ressort-übergreifend gesteuert werden.

Daher setzt sich der Zukunftsrat Hamburg dafür ein, dass es ein verbindliches Programm zum Stadtumbau im Sinne der Agenda 21 gibt. Im Koalitionsvertrag von Frühjahr 2008 hatten CDU und GAL eine Nachhaltigkeitsstrategie für Hamburg beschlossen, erste Vorarbeiten waren gemacht. Wie es mit einer zukunftsweisenden Strategie unter SPD-Regierung aussieht bleibt abzuwarten - allerdings hat der Zukunftsrat von der Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau, inzwischen eine Zusage für die Einbindung in die Formulierung einer derartigen Strategie erhalten.

Vor 10 Jahren hatte sich der Hamburger Senat bereits an einer Lokalen Agenda 21 versucht. Auf EU-Ebene und national gibt es seit einigen Jahren Nachhaltigkeitsstrategien eher "von oben", in anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Berlin, aber auch in anderen Metropolen wie Wien wird Nachhaltigkeit stärker im Dialog mit der Zivilgesellschaft geplant.

Fragestellungen

Was kann Hamburg lernen aus den eigenen und den fremden Erfahrungen? Wie kann der Beteiligungsprozess gelingen, welche Themen und Handlungsfelder bieten sich an, wie organisiert man ein verbindliches Monitoringssystem für die Umsetzung über eine Legislaturperiode hinaus? Welche Handlungsfelder sind wichtig? 

Bei einer Veranstaltung des Zukunftsrats Hamburg zu diesen Fragen gaben Dr. Albert Statz vom Rat für Nachhaltige Entwicklung und Ressourcenschutz in Brandenburg sowie Andrea Binder-Zehetner vom Verein Agenda 21 in Wien unterschiedliche Antworten. Ihre Vorträge können unten heruntergeladen werden. Bereits 2007 hatte sich der Zukunftsrat Hamburg mit dem Thema im Rahmen eines Ratstreffens befasst.

Unsere Studien

Eine Studie von Dr. Jochen Menzel zum Umgang der "Wachsenden Stadt Hamburg" mit ihren Flächen macht klar: Innenentwicklung und -verdichtung statt Ausweisung neuer Flächen auf der grünen Wiese ist das Gebot der Stunde.

Unsere Studie über die Hafencity, einem der größten und interessantesten Stadtentwicklungsprojekte Europas, zeigt Potenziale und Hindernisse bei der Realisierung von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Bebauung von Konversionsflächen.

In einem Buchbeitrag diskutiert Jochen Menzel darüber hinaus das schwierige Verhältnis des Wachstumsbegriffs zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung (In Altrock/Schubert 2004: Wachsende Stadt. Leitbild - Utopie - Vision? VS)

 

Verschiedene Stellungnahmen des Zukunftsrats machen die Positionen und Vorüberlegungen außerdem deutlich:

Erschienen in Zeitschrift für Weltgeschichte (Hans-Heinrich Nolte, Hrsg.), Jahrgang 12, Heft 2 (Herbst 2011), S. 239 – 257:

 

Urban Governance - Wandel durch das Leitbild Nachhaltigkeit?

Promotion zum Thema nachhaltiger Stadtentwicklung in Hamburg von Dr. Delia Schindler, Sprecherin des Zukunftsrats Hamburg

Welchen Einfluss haben das Leitbild Nachhaltigkeit und die Agenda 21 von Rio auf die Stadtentwicklungspolitik in Hamburg? Welche Netzwerke versuchen im politischen Entscheidungsprozess Einfluss zu nehmen? Gibt es das viel beschworene neue netzwerkförmige Regieren in der Realität? Wer bestimmt dabei welche Inhalte? Dies sind einige der Fragen, die Zukunftsratssprecherin Delia Schindler exemplarisch am Beispiel Hamburgs im Vergleich zu Wien untersucht und diskutiert hat. Beide Städte hatten die Aalborg Charta von 1996 unterzeichnet. Deutlich wird in dem Buch, dass Hamburg im Wettbewerb der Städte unter CDU-Regierung den vermeintlichen Widerspruch zwischen Ökologie und Ökonomie in Teilen in win-win-Situationen aufgelöst hat. In Wien, so die Erkenntnis, führte die Agenda 21 zu inhaltlich weitgehend ausgehöhlten Beteiligungsprozessen. Das Buch erschien bei Kassel University Press, ISBN 978-3-89958-998-6.

 

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